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Die NordLB hat 2016 mit einem Verlust von 1,9 Mrd. € beendet – Folge einer auf fast 3 Mrd. € gestiegenen Risikovorsorge. Jetzt folgt die Fusion mit der BLB.

Die Risikovorsorge hat sich gegenüber 840 Mio. € (2015) auf 2,96 Mrd. € fast vervierfacht. Die Landesbank habe damit auf die drastische Verschärfung der globalen Schifffahrtskrise und die Übernahme der verlustreichen Bremer Landesbank (BLB) reagieren müssen, hieß es heute in Hannover. Dem gegenüber stand ein Zinsüberschuss von gut 1,7 Mrd. €.

BLB verschwindet als eigenständige Schiffsbank

Beide Landesbanken werden nun doch vollständig fusioniert, unter anderem, um 150 bis 200 Mio. € einzusparen – auch durch einen Abbau von doppelten Strukturen. Dabei würden die Schiffsfinanzierung und das Kapitalmarktgeschäft komplettaus Bremen abgezogen und in Hannover gebündelt. Die BLB-Standorte in Bremen und Oldenburg sollen künftig lediglich noch das Geschäft für Privat- und Mittelstandskunden sowie die Onshore-Windenergie-Finanzierung betreiben. Die Geschichte als Schiffsbank ist damit beendet. Mittelfristig werde dann auch kein eigener Vorstand mehr benötigt, heißt es.

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Vorstandschef Thomas Bürkle (Foto: NordLB)

»Der Verlust ist schmerzlich«, sagte Thomas Bürkle, seit 1. Januar Vorstandschef der NordLB. Anders als in den Vorjahren habe dies nicht durch die anderen Geschäftsbereiche kompensiert werden können. Einem Verlust von 2,66 Mrd. € im Segment Schifffahrt standen lediglich 900 Mio. € an Gewinnen aus den anderen Sparten gegenüber. »Aber wir können dieses Negativergebnis aus eigener Kraft verarbeiten.«

Klares Abbau-Szenario für Schifffahrts-Portfolio

Für das Schifffahrts-Portolio bleibt es beim klaren Abbau-Szenario auf 12 bis maximal 14 Mrd. € bis 2018. Die finanzierte Flotte ist bereits von 1,850 (2011) auf 1.363 (Ende 2016) um rund ein Viertel reduziert worden. Aktuell liegt das Kreditvolumen noch bei 16,8 Mrd. €. »Auch in diesem Jahr wird wieder ein substanzieller Betrag hinzukommen«, so Bürkle. 2017 sollen weitere 3 Mrd. € aus der Bilanz getilgt werden.

Darunter fällt wohl auch der Deal mit dem US-Finanzinvestor KKR, der eine Flotte von etwa 100 Schiffen für 1,5 Mrd. € übernehmen will. Die Transaktion war bereits im Sommer 2016 vermeldet worden, hatte sich dem Vernehmen nach wegen der schlechten Marktentwicklung immer wieder verzögert und soll nun im 2. Quartal abgeschlossen werden.

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Portfolio einschließlich BLB (Grafik: HANSA)

Dem sogenannten NLP-Portfolio (non-performing loans) werden derzeit noch 9,4 Mrd. € zugerechnet. Allein dafür waren 4,3 Mrd. € an Einzelwertberichtigungen und weitere 151 Mio. € an Portfolioberichtigungen nötig. Insgesamt lag die Risikovorsorge für die Schifffahrt bei 2,94 Mrd. €.

Altkredite im Wert von 2,2 Mrd. € (netto) seien 2016 abgebaut worden. Ohne Dollar-Währungseffekte wären es sogar 2,7 Mrd. €. Davon entfielen 1,7 Mrd. € auf die Abgänge von insgesamt 134 Schiffen (1,7 Mrd. €). Der Abbau konzentrierte sich auf die Schiffsklassen Container, Bulker und MPP.

Nur noch selektives Neugeschäft

NordLBDemgegenüber gab es 2016 nur noch 400 Mio. € an Neugeschäft, ausschließlich in der Kreuzschifffahrt, Fähren und bei Spezialtonnage. Das Portfolio solle künftig weiter diversifiziert werden und auch internationalisiert werden. Abschlüsse werde es daher »eher in Asien als in der norddeutschen Tiefebene geben«, so Bürkle.

Die Bilanzsumme des NordLB-Konzerns lag zum Jahresende 2016 bei 174,8 Mrd. € (2015: 181 Mrd. €). Mit 11,3% lag die harte Kernkapitalquote über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen (2015: 13,1%), die Gesamtkapitalquote bei 16,3%.