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Im Privatisierungsprozess der HSH Nordbank sehen sich die Eignerländer Hamburg und Schleswig-Holstein auf einem guten Weg. Mehrere Interessenten haben ihre Angebote konkretisiert.

In einer gemeinsamen Stellungnahme betonten die Finanzministerin Monika Heinold (Schleswig-Holstein) und Senator Dr. Peter Tschentscher (Hamburg), dass die Angebote mehrerer Bieter in die nächste »Prozessphase« übernommen wurden.

Um welche Interessenten es dich dabei handelt, sagten die Länder wie in der Vergangenheit nicht. Dem Vernehmen nach gehören dazu unter anderem die Finanzinvestoren Apollo und Cerberus sowie der Versicherungskonzern Anbank und der Tourismuskonzern HNA aus China – der unter anderem auch an der Deutschen Bank beteiligt ist.

Senator Peter Tschentscher (Foto: Senatskanzlei)

Nach der Eröffnung des Verkaufsprozesses im Januar waren zahlreiche Interessenten an die Eigner herangetreten. Aus den zum 31. März eingegangenen »indikativen Angeboten« haben die Länder mehrere Bieter in die nächste Prozessphase u?bernommen. Die ausgewählten Bieter haben Zugang zu erweiterten Informationen zur HSH Nordbank erhalten und wurden aufgefordert, bis Ende Juni 2017 erweiterte und konkretisierte indikative Angebote abzugeben. Diese seien »fristgerecht eingegangen«. Heinold und Tschentscher zeigten sich durchaus zufrieden: »Nach erster Sichtung sind diese eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess erfolgreich fortsetzen zu können. Es erfolgt nun eine sorgfältige Prüfung und Festlegung auf die Bieter, die in die nächste Phase der Privatisierung übernommen werden und die weitergehende Informationen zur HSH Nordbank erhalten«, heißt es in der Mitteilung vom Sonntag.

Nächste Runde im Herbst

Im Herbst sollen nunmehr verbindliche Angebote abgegeben werden, auf deren Grundlage die abschließenden Vertragsverhandlungen geführt werden können. Damit könnte die von der EU gesetzt Frist bis Februar 2018 eingehalten werden und eine theoretisch drohende Abwicklung der HSH Nordbank abgewendet werden.

Der Beteiligungsfonds Cerberus ist dem Vernehmen nach an der sogenannten Abbaubank interessiert, in der die Landesbank »faule« Kredite in Höhe von insgesamt rund 22 Mrd. € geparkt hat. Branchenkenner gehen davon aus, dass dieser Bereich getrennt von der gesunden Kernbank erfolgen könnte, die 2016 mit einem Vorsteuergewinn von 639 Mio. € abgeschlossen hatte.

Die Abbaubank hatte dagegen im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von -299 Mio. € verbucht. Das Schifffahrtsportfolio in der Kernbank umfasst derzeit 7,1 Mrd. €, davon gelten »nur« 700 Mio. € als »non-performing«. Weitere 9,9 Mrd. € liegen in der Abbaubank. Dort ist das Ausfallrisiko mit einem NPE-Anteil von 8,3 Mrd. € (84%) weiter extrem hoch.