Schulterschluss von Döhle und Costamare

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Nach Hanseatic Unity Chartering bildet sich in Hamburg ein weiteres Schwergewicht bei der Befrachtung von Containerschiffen: Döhle und Costamare planen ein Joint Venture.

In Reaktion auf die Konsolidierung und Machtkonzentration in der Linienschifffahrt bündeln auch die Trampreeder zunehmend ihre Kräfte. Darunter mit Peter Döhle (Hamburg) und der griechischen Costamare (Athen) auch zwei absolute Schwergewichte der Branche.

Beide Unternehmen wollen ihre Befrachtungsaktivitäten künftig in einem Joint Venture zusammenlegen. Beim Bundeskartellamt läuft seit wenigen Tagen der Antrag auf Bildung dieses Gemeinschaftsunternehmens. Aus beiden Unternehmen gab es trotz Nachfragen der HANSA bislang noch keine offizielle Bestätigung.

Konzentration in Hamburg

Sitz dieser neuen Plattform soll Hamburg werden, Costamare wird die eigenen Mitarbeiter dafür an die Elbe entsenden, erfuhr die HANSA aus Maklerkreisen. Ziel sei es, die beiden Flotten zu bündeln und künftig gemeinsam zu vermarkten. Dabei steht vermutlich der existierende Einnahmepool von Döhle Pate.

Hanseatic UnityErst Anfang Juli hatten sich andere Hamburger Reedereien zusammengeschlossen. Leonhardt & Blumberg und Atlantic/Asiatic Lloyd hatten sich Hanseartic Unity Chartering angeschlossen, die zuvor bereits aus der Schulte-Gruppe, der Reederei Nord und Borealis Maritime bestand.

Die gemeinsame Flotte wuchs dadurch auf 233 Schiffe, darunter 206 Containerfrachter (700–9.400 TEU) sowie 27 Bulker (33.000–93.000 tdw). Besonders im Feeder- und Handysize-Segment entstand einer der dominierenden Akteure im weltweiten Trampmarkt. Der Marktanteil liegt künftig bei knapp 10%.

Die neue Nummer 1 am Tramp-Markt

Döhle und Costamare sind noch einmal eine Nummer größer. Der Branchendienst Alphaliner weist Döhle mit einer Flotte von 103 Schiffen mit einer Kapazität von 415.000 TEU und Costamare mit 70 Schiffen und 466.000 TEU aus. Damit liegen beide im weltweiten Ranking der Trampreedereien auf den Plätzen 3 und 4 hinter Seaspan (825.437 TEU) und China Shipping (570.234 TEU), aber noch vor Claus-Peter Offen, der wiederum seine Flotte mit der Übernahme von Conti im Frühjahr deutlich vergrößert hat.

Die gemeinsam von Döhle und Costamare befrachtete Flotte läge somit bei rund 880.000 TEU mit Schiffen von 800 TEU bis 14.000 TEU – das wäre künftig die klare Nr. 1 unter den non-operating owners.