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Die DZ Bank stellt offenbar das Schifffahrtsportfolio der DVB Bank zum Verkauf. Kredite im Wert von 11 Mrd. € sollen schnellstmöglich veräußert werden.

Die DVB Bank (Frankfurt) hatte zuletzt hohe Verluste gemeldet. Im ersten Halbjahr 2017 lag das Konzernergebnis vor Steuern bei –506,3 Mio. € (Vorjahr: +14,1 Mio. €). Die Risikovorsorge stieg auf 445,3 Mio. € (2016: 83,4 Mio. €), im Wesentlichen durch den anhaltenden Wertberichtigungsbedarf für den Altbestand des Shipping Finance-Portfolios. Gegenüber dem Jahresende 2016 stieg die Summe aus Einzelwertberichtigungen, Portfoliowertberichtigungen und Rückstellungen von 633,1 Mio. € um 56,5 % auf knapp 1 Mrd. €.

Externe Berater prüfen Wert der Schiffskredite

Nun ist der Mutterkonzern DZ Bank laut einem Bericht von Reuters mit der Geduld am Ende und will sich möglichst schnell von dem Verlustbringer trennen. Per Squeeze-out waren erst kürzlich alle Minderheitsgesellschafter der DVB Bank herausgekauft und die 100%-Beteiligung übernommen worden, was mögliche Transaktionen erleichtern würde.

Die DVB habe jetzt externe Berater angeheuert, um den Wert ihres 11 Mrd. € schweren Portfolios an Schiffskrediten zu prüfen, heißt es in dem Bericht. Die DZ Bank habe ihrerseits die Boston Consulting Group ins Haus geholt. Offen sei noch, ob das Portfolio im Ganzen oder in Teilen verkauft werden könnte. Bei einer Veräußerung in mehreren Tranchen könne das Geldinstitut auf einen höheren Preis hoffen.

In den vergangenen Monaten habe es bereits Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben, heißt es weiter. Diese seien aber wegen der unterschiedlichen Bewertung des Schifffahrts-Portfolios gescheitert.

DVB
Schifffahrts-Portfolio der DVB Bank

Das Schifffahrtsportfolio der DVB war im 1. Halbjahr 2017 um 900 Mio. € reduziert worden, lag zuletzt noch bei 11 Mrd. €. Damit zählt die Frankfurter Bank weiter zu den Top 5 der Schiffsfinanzierer in Deutschland. Im Segment Offshore Finance kommen noch einmal 2,1 Mrd. € hinzu. Die Sparte Shipping Finance macht knapp 50% des Kreditvolumens (22 Mrd. €) aus. Größtes Segment sind Tanker mit 48%, gefolgt von Bulkern (25%) und Containerschiffen (16%). Die Hälfte aller Kunden stammt aus Europa.