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Nach dem Verkauf der Shipmanagement-Sparte an Zeaborn arbeitet die Rickmers-Gruppe an der Umsetzung des Insolvenzplans. 

Ziel sei es, die restlichen Geschäftsaktivitäten bestmöglich zu verwerten und zugleich die Rickmers Holding AG als Rechtsträger zu erhalten, teilte der Insolvenzverwalter jüngst auf einer Gläubigerversammlung mit. Dabei solle das Insolvenzverfahren möglichst beschleunigt und anfallende Abwicklungskosten eingespart werden, heißt es.

Die Rickmers Holding hatte am 1. Juni Insolvenz angemeldet. Im Februar war bereits die Rickmers-Linie an die Zeaborn-Gruppe des Bremer Bauunternehmers Kurt Zech verkauft worden, die nach der Insolvenz im September zusätzlich auch die weltweiten Shipmanagement (Rickmers Maritime Services) übernommen hat. Bertram Rickmers, der ehemalige Alleingesellschafter, ist bei beiden Einheiten als Minderheitsgesellschafter weiter mit an Bord.

Assets und Beteiligungen stehen zum Verkauf

In der Insolvenzmasse liegen als Werte vor allem noch die Schiffe der Holding (Rickmers Maritime Assets) sowie Unternehmensbeteiligungen wie der Makler Harper Petersen, an dem Bertrams Bruder Erck Rickmers mit seiner E.R. Schiffahrt die anderen 50% der Anteile hält. Zeaborn hatte bereits signalisiert, als sogenannter Planinvestor auch die verbliebenen Unternehmensteile kaufen zu wollen.

Bei der insolventen Holding stehen laut Auskunft des Insolvenzverwalters den Gesamtaktiva in Höhe von 45,8 Mio. € derzeit Masseverbindlichkeiten in Höhe von 7,2 Mio. € sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 1,3 Mrd. € gegenüber. Für die Gläubiger ergibt sich nach Berechnung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) eine Insolvenzquote von 2,87%. Größter Gläubiger ist die HSH Nordbank AG mit ca. 565 Mio. €, gefolgt von den Anleihegläubigern mit ca. 305 Mio. €.

Quotenausschüttung oder Reinvestition?

Eine erste Quotenausschüttung ist für das 1. Quartal 2018 geplant sei. Denkbar sei, dass der Insolvenzplan eine Möglichkeit zur Reinvestition beinhalten wird. Die Anleihegläubiger könnten dann ihre Quotenzahlung in Eigenkapital der neuen Holding tauschen und so unter Umständen am künftigen wirtschaftlichen Erfolg partizipieren. Genauere Details würden aber noch ausgearbeitet, so die SdK.

Zudem bestünden möglicherweise Sonderaktiva. Bertram Rickmers habe, so die SdK unter Berufung auf den Bericht des Insolvenzverwalters, in der Zeit als Kommanditist persönliche Steuerschulden aus dem Vermögen der Kommanditgesellschaft gezahlt. Aus erfolgten Steuererstattungen in den Folgejahren könnte sich ein Rückzahlungsanspruch an
die Rickmers Holding AG ergeben. Die genauen Umstände würden derzeit geklärt, die Aussichten seien aber eher gering, heißt es.