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Die Diskussion um den maritimen Standort Deutschland dreht sich immer auch um die nautisch-technische Ausbildung. Weil der Bedarf nach wie vor da ist, traditionelle Strukturen sich aber auflösen, werden wieder Kooperationen angedacht. In der Industrie gibt es durchaus Interesse dafür.

Zwar ist unbestritten, dass die Zahl der deutschen Reedereien und die Flotte unter deutscher Flagge trotz massiver politischer Unterstützung drastisch schrumpft. Allerdings sind Reedereien nicht die einzigen »Abnehmer« für dieses Knowhow. Auch und gerade der sogenannte Sekundärmarkt – also Behörden, Zulieferer, Ausrüster, Dienstleister, Häfen und Nischen-Akteure – ist darauf angewiesen. Der Bedarf kann jedoch mittlerweile nicht mehr komplett gedeckt werden. In den vergangenen Jahren fiel auf, dass sich die traditionelle Bindung der Schifffahrt zum Sekundärbereich zunehmend auflöst. Früher haben Reeder mehr ausgebildet als sie selbst benötigten, um den Bedarf Anderer mit abzudecken.

Ausbildung, Knowhow
Deutsches Knowhow ist nach wie vor gefragt (Foto: BG Verkehr)

Der Nautische Verein zu Hamburg (NVzH) hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung stärker auf die Agenda der maritimen Öffentlichkeit zu setzen und forciert seit einiger Zeit den Austausch (siehe dazu auch HANSA 08/17). Zuletzt brachte er Vertreter verschiedenster Segmente an einen Tisch, um über die maritime Ausbildung zu debattieren.

Großen Anklang fand dabei die Idee einer stärkeren Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren in der maritimen Branche. Dem NVzH-Vorsitzende Christian Suhr ist das Thema sehr wichtig: »Jetzt geht es darum, einen Schritt weiterzugehen, zu Kooperationen zwischen dem Primär- und Sekundärmarkt.«

»Neue Berufsbilder schaffen«

Nadine Kloska, Geschäftsführerin der in der Ausrüstung stark vertretenen Kloska Group zeigt sich »grundsätzlich offen« für Kooperationen. Man arbeite bereits teilweise mit Reedereien, damit sich die Mitarbeiter technisches Knowhow aneignen könnten. Sven Stohn vom privaten Dienstleister ma-co schließt sich an und befürwortet es, Auszubildende auch mal eine Zeit lang an Bord zu schicken. »Vielleicht sollten wir dafür eigene Berufsbilder schaffen, gerade für den Sekundärmarkt.«

Eine stärker ausgeprägte Spezialisierung und zusätzliche Nischen-Inhalte der Studieninhalte wurde ebenfalls diskutiert. Die Hochschul-Vertreter verweisen darauf, dass dies jedoch einerseits schon passiere und andererseits weitere Maßnahmen nicht so leicht umzusetzen. Der VDKS-Präsident Christoph Wand meint, es werde immer so bleiben, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden müssen, weil es überall Besonderheiten gibt.

Lesen Sie den kompletten Artikel zur aktuellen Diskussion um das maritime Knowhow in Deutschland in der kommenden Dezember-Ausgabe der HANSA.