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Nach der Fusion mit Bugsier hat die Schleppreederei Fairplay Towage eine Kampfansage an den Konkurrenten Boluda geschickt: Künftig will das Hamburger Unternehmen auch in Spaniens Häfen Schleppdienste anbieten.

Nach der Fusion der beiden Hamburger Traditionsunternehmen Fairplay und Bugsier ist am europäischen Schlepper-Markt ein neues Schwergewicht entstanden: Das Unternehmen biete jetzt eine Flotte von mehr als 100 Schiffen auf, die zwischen Gdansk (Ostsee) und Antwerpen (Nordsee) stationiert ist. »Damit haben wir die bestehenden Lücken gefüllt«, sagt Geschäftsführer Walter Collet.

Die beiden Reedereien hatten bereits im Sommer ihr Zusammengehen verkündet, doch erst am vergangenen Mittwoch war das Closing erfolgt. Fairplay hat nunmehr 100% der Anteile an Bugsier übernommen. Künftig sollen aber beide Marken eigenständig fortgeführt werden.

BugsierDie Fusion gilt als Reaktion auf den erbitterten Verdrängungswettbewerb im Schlepp-Geschäft. »Geld verdient damit derzeit niemand«, sagt Collet. Eine Konsolidierung sei deshalb unvermeidlich. Nachdem Ende 2016 die spanische Boluda bereits die URAG (Bremerhaven) und Lütgens & Reimes (Hamburg) von der Linnhoff-Gruppe übernommen hatte, ziehen die Hamburger jetzt nach.

Fairplay ist selbst oder über die Beteiligung an Multraship bereits in allen wichtigen westlichen Seehäfen wie Antwerpen und Rotterdam vertreten, dazu in der Ostsee in Rostock und in den polnischen Häfen. Bugsier ist traditionell stark in Hamburg, Bremerhaven und auch in Wilhelmshaven präsent.

Fairplay, HamburgIn den Bestandshäfen will Fairplay den eigenen Marktanteil vergrößern. »Unser Ziel ist es, dass es künftig an allen Standorten uns und daneben noch höchstens einen Mittbewerber gibt«, sagt Collet. Dies sei in den Westhäfen gelungen und soll nun auch in den deutschen Seehäfen umgesetzt werden. Eine klare Kampfansage an Kotug-Smit mit der Konzernmutter Boskalis, an Svitzer von Maersk und an Boluda. Durch die neue Marktmacht sehe man sich nun in der Lage, den Linienreedern entlang der gesamten ARA-Range konkurrenzfähige Angebote zu unterbreiten.

Eine Expansion könnte es zudem nach Süden geben. »Spanien ist für uns ein interessanter Markt«, sagt Collet. Nachdem Boluda in die Nordsee vorgestoßen ist, will Fairplay nun kontern. Erste Gespräche seien dazu geführt und auch erste Anträge bereits gestellt worden, heißt es. Perspektivisch könnte eine Erweiterung auch nach Osten, in Richtung baltische Staaten und Finnland erfolgen. »Aber da sind die Pläne noch nicht konkret.«