Erck Rickmers – vom Reeder zum Mäzen

Erck Rickmers
Erck Rickmers (Foto: Krischan Förster)
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Nach dem Verkauf seiner Reederei E.R. Schiffahrt hat Erck Rickmers eine internationale Stiftung gegründet, die gesellschaftliche Herausforderungen analysieren und Lösungsansätze entwickeln soll. Der Hamburger Unternehmer stellt dafür einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung.</strong>

Die Förderung der interdisziplinären wissenschaftlichen Forschung zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit ist das Ziel der »Humanities & Social Change International Foundation«, die heute vom Hamburger Unternehmer Erck Rickmers (53) in Berlin vorgestellt wurde. »Ich nehme die Welt in einem Zustand der Krise wahr, ökologisch, ökonomisch, politisch, kulturell und spirituell«, sagt Rickmers. Unter dem Leitmotiv »Understand – Inspire – Change« soll die Stiftung daher die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts analysieren, zu neuen Lösungen inspirieren und damit gesellschaftlichen Wandel im positiven Sinn mitgestalten.

Die Stiftung initiiert, organisiert und finanziert ein internationales Netzwerk von zunächst vier Forschungszentren. Dazu gehören die Humboldt-Universität zu Berlin, die University of Cambridge, die University of California sowie die Universitá Ca`Foscari Venezia. Öffentliche Symposien, Vorträge, vertrauliche Gesprächsrunden und Kunstprojekte sollen geeignete Plattformen zum Austausch mit unterschiedlichen Zielgruppen bieten.

Die Humanities & Social Change International Foundation gGmbH (HSC) mit Sitz in Hamburg ist eine unabhängige und überparteiliche Einrichtung. An den vier Standorten finanziert die HSC die Arbeit von rund 40 WissenschaftlerInnen und stellt hierfür zunächst einen Finanzrahmen im zweistelligen Millionenbereich für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung.

Erck Rickmers, Spross einer norddeutschen Unternehmerfamilie, hatte sich 1988 im Alter von 24 Jahren selbständig gemacht, 1992 die Investmentgesellschaft Nordcapital und 1998 die Reederei E.R. Schifffahrt gegründet. Erst vor wenigen Tagen hatte er die dort gebündelten Shipmanagement-Aktivitäten an die Bremer Zeaborn-Gruppe verkauft, die zuvor schon die Rickmers Linie und Rickmers Maritime Services von Ercks älterem Bruder Bertram Rickmers erworben hatte.

Mit der Schifffahrt verbinden Erck Rickmers künftig noch 34 Schiffe im Asset-Management, die seine E.R. Capital Holding allein oder gemeinsam mit Investoren besitzt und die ihn zum größten Einzelkunden bei seiner ehemaligen Reederei machen. Unter der wiederbelebten Marke »Blue Star« hat das jüngst von Claus-Peter Offen abgeworbene Team von Finanzexperten die Aufgabe, institutionelle Anleger zu gewinnen, auch für Investments in der Schifffahrt. Außerdem gehören dem Unternehmer Immobilien in Hamburg und Berlin sowie diverse Unternehmensbeteiligungen.