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Ein Handelskrieg sei schlecht für alle, insbesondere für die Schiffahrt, warnt BIMCO.

Am 1. März hatte US-Präsident Donald Trump einen Plan für die Besteuerung von Metallimporten durchgesetzt, 25 % auf Stahl und 10 % auf Aluminium. In Kraft treten sollen die neuen Strafzölle am 23. März.

Die Trump-Regierung scheine dem Protektionismus gegenüber positiv eingestellt sein, das sei besonders klar geworden, als der führende Wirtschaftsberater des Präsidenten, Gary Cohn, am 6. März zurückgetreten sei, so BIMCO. Grund waren die Zollpläne.

Laut Peter Sand, BIMCO-Chefanalyst, werden die Stahl- und Aluminiumzölle nur begrenzte Auswirkungen auf die meisten internationalen Bulk-Verkehre haben. Nichtsdestotrotz könnten sie »etwas Größeres auslösen« und die weltweite Schifffahrt in viel größerem Umfang negativ beeinflussen, einschließlich der Containerschifffahrt.

 

Seit 2009 hat sich die Umsetzung einer restriktiveren Handelspolitik unter den Handelspartnern laut der World Trade Organisation (WTO) verbreitet. In gleichem Maße hätte allerdings auch Handelserleichterungen zugenommen.Transparenz und Vorhersagbarkeit in der Handelspolitik bleiben laut WTO »lebenswichtig« für alle Faktoren, die die Weltwirtschaft bestimmen.

US-Zölle wären nur der Anfang

Eine offene Wirtschaft sei mit Handel immer besser bedient, weil sie ihre Resourcen optimal nutzen könne. Das Ergebnis eines Handelskrieges seien teurere Waren von minderer Qualität und geringerer Vielfältigkeit. Das gelte für alle Produkte und Rohstoffe, so Sand.

»Stahl- und Aluminiumzölle sind vielleicht das ›Tagesgericht‹ und der Einfluss auf die Schifffahrt ist noch nicht abzusehen, aber bald werden wirtschaftlich aus den USA größere Aktionen gegen China kommen. Auch wenn es gute Gründe gibt, wie die Verletzung von Gesetzen zum geistigen Eigentum, ist das Ergebnis dasselbe. Es schädigt alle beteiligten Länder«, sagt Sand.

Die USA hätten in der Tat große Handelsdefizite mit China, der EU, Mexiko, Japan und Kanada. Einen Handelskrieg zu beginnen sei aber nicht der richtige weg, um der Situation zu begegnen.

Auf Importschranken für Stahl und Aluminium in den USA könnten EU, China oder Japan mit Zöllen auf landwirtschaftliche Produkte wie Sojabohnen, Mais oder Weizen reagieren. Auch könnte die EU mit Zielen wie Kentucky Bourbon, Motorräder von Harley-Davidson oder Levi’s Jeans Trump vor allem politisch treffen.