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Mit Abschluss der letzten Runde der P&I-Renewals bleiben die Prämien für Protection and Indemnity dank des günstigen finanziellen Umfelds 2018 unverändert. Die Beratungsfirma Drewry sieht aber dunkle Wolken am Horizont aufziehen.

So sollen große Verluste, die Rückversicherer nach einer Reihe von Naturkatastrophen 2017 verbuchen mussten, die P&I-Prämien in den kommenden Jahren steigen lassen. Noch stärker soll der Effekt im Markt für Hull and Machinery (H&M) ausfallen. Diese Entwicklungen seien insofern signifikant, als die Gesamtversicherungskosten für H&M und P&I rund 10 % der durchschnittlichen Schiffsbetriebskosten ausmachten, so Drewry.

Während der vergangenen zehn Jahre im Sorgengeplagten Schifffahrtsmarkt konnte die P&I-Branche sich durch Underwriting von Überschüssen und Investmenteinnahmen ein Polster anlegen. Laut Drewry sind die International Group Clubsderzeit kapitaltechnisch gut ausgestattet, wohingegen sie während der längsten Boom-Phase der Schifffahrt seit dem späten 18. Jahrhundert eklatant knapp bei Kasse gewesen seien.

Diese antizyklische Entwicklung sei ein Kennzeichen der Branche, heißt es. Reeder achten eher auf Versicherungskosten und Ansprüche, wenn die Raten niedrig sind, als in Boomzeiten.

Der Wettbewerb nimmt zu

Dieses Jahr haben die Clubs entschieden, angesichts stabiler Finanzen und weiter bestehendem Kostendruck auf die Reeder, Erhöhungen bei den P&I-Renewals zu vermeiden. Wie vorhergesagt in Drewrys Ship Operating Costs Annual Review & Forecast 2017/18, konnten die Reeder sich mindestens über gleichbleibende Prämien, wenn nicht gar über eine Kleine Absenkung bei guter Schadensentwicklung freuen. Zudem gab es Discounts für Wechselfreudige mit guter Schadensgeschichte.

Source: Drewry’s Ship Operating Costs Annual Review & Forecast 2017/18

Allerdings tendieren laut den Analysten die Reeder dazu, bei ihren angestammten Clubs zu bleiben. Ihre Loyalität liege in der Geschichte und in ihren Verbindungen mit den Club-Vorständen begründet. Größere Unternehmen fühlten sich gut betreut bei den Clubs, für kleinere Flotten sei der Kostenvorteil eines Wechsels zu gering.

Angesichts der die Sättigung des P&I-Marktes und der Konsolidierung in der Schifffahrt wollen die Versicherer nun ihren Anteil am Festprämienmarkt halten, da kommt es zu Rangeleien. Üblicherweise erhalten Eigner und Charterer kleinere Haftungsbeschränkungen gegen niedrigere Prämien und Immunität von außerplanmäßigen gegenseitigen Prämienaufrufen für ungünstige zurückliegende Jahre.

Prämienanstieg 2019 und 2020

Diese Entwicklungen seien durch die indifferente Anwendung des International Group Agreement (IGA) zum Wettbewerb unter den Clubs möglic, so Drewry. Aber die Verpflichtungen, die vom Holding-Club ausgegebenen Raten zu erfüllen, würden heute gleichgültig überwacht. Die Wachsamkeit für Übertretungen gehöre der Vergangenheit an und Anreize, die Clubs zu wechseln, würden geschaffen, ohne dass irgendjemand auf das Unrecht hinweise.

Wo einst die Besitzer nach besseren Angeboten suchten, indem sie ihre Flotten zwischen den Clubs aufteilten, gebe es jetzt eine Tendenz, die Einträge in eine geringere Anzahl von Clubs zu konsolidieren. Der Wettbewerb ist am heftigsten, wenn neue Tonnage ohne vorherige Prämien- oder Schadenhistorie anläuft.

Mit Blick auf die Zukunft empfiehlt Drewry den Eigentümern, die finanzielle Entwicklung in ihren Clubs zu beobachten. Diejenigen, die durch Marktbedingungen dazu gezwungen würden, attraktive »as-is«-Erneuerungen anzubieten, würden unweigerlich ihre Barguthaben aushöhlen. Wie in Drewrys Ship Operating Costs Annual Review & Forecast 2017/18 prognostiziert, zeichne sich ein wettbewerbsintensiverer P&I-Markt ab, bedingt durch hohe Verluste von Rückversicherern und großen Fonds für eine Reihe von Naturkatastrophen im Jahr 2017. Als Ergebnis sollen die P&I-Versicherungskosten 2019 und 2020 steigen, bevor sie in den darauffolgenden Jahren wieder zurückgehen.