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Nach dship Carriers hat sich auch Briese zwei Mehrzweckfrachter aus einer ehemals von Zeaborn bestellen Neubauserie gesichert. Der Preis dieser Re-Sales soll bei 18,5 Mio. $ je Einheit liegen.

Die einst von der Bremer Reederei Zeaborn in China kontrahierte Serie von Mehrzweckfrachtern mit Schwergutgeschirr wird peu à peu an Dritte verkauft. Die Werft Taizhou Sanfu, die nach dem Rückzug Zeaborns aufgrund von Terminverzögerungen beim Bau auf den sechs Neubauprojekten plus Optionen sitzen blieb, soll jetzt zwei weitere Einheiten verkauft haben.

Mehrere An- und Verkaufsmakler berichten übereinstimmend, dass die Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 12.325 tdw und einer kombinierten Hebekapazität von 500 t an die Leeraner Reederei Briese Schiffahrt gegangen seien. Als Kaufpreis der Re-Sales werden 18,5 Mio. $ pro Stück genannt.

Genauso viel soll auch die Projektreederei dship Carriers der vor allem durch ihre Speditionsaktivitäten bekannten deugro group für die ersten beiden Neubauten der Serie bezahlt haben, die im November und im ersten Quartal 2019 abgeliefert werden. dship hatte Ende Mai den Kauf der beiden Schiffe bekannt gegeben. Von der Reederei Briese war bislang noch keine Stellungnahme zu den jüngsten Verkaufsberichten zu bekommen.

Flottenerneuerung steht auf der Agenda

Es wird davon ausgegangen, dass die beiden Neubauten mit den Nummern SF130203 und SF130204 beim Briese-Gruppenunternehmen BBC Chartering zum Einsatz kommen – dem größten Tramp-Carrier im Projekt- und Stückgutsektor. Der Chief Executive Officer von BBC, Svend Andersen, hatte kürzlich im Interview erklärt, dass sich das Unternehmen über neue Tonnage Gedanken machen müsse, um die Flotte zu erneuern. Nach Jahren des Investitionsstillstands in der gesamten Branche sei »es eigentlich wieder Zeit für Neubauten«, hatte Andersen erklärt.

Im vergangenen Jahr hatte BBC den Briese-Neubau »Jan« (12.500 tdw, 500 t Hebekapazität) in die Befrachtung genommen. In Kürze folgt mit der »BBC Russia« ein zweites baugleiches Schiff von der Werft Jiangxi Jiangzhou Union. Zudem hat die Auslieferung eine Neubauserie von 8 kleineren MPP-Schiffen für das Einsatzgebiet Shortsea begonnen. Typschiff ist die bereits in Dienst gestellt »Monika«. Der unter dem Projekt-Namen »Oteco 5000« in China entwickelte Entwurf verfügt über eine Tragfähigkeit von 5.000 t.

Neubaupreise könnten steigen

Sollte der angegebene Kaufpreis bei dem aktuellen Re-Sale von 18,5 Mio. $ stimmen, dann würde sich bewahrheiten, dass die Preise für neue Mehrzweck-Schwergutschiffe in den vergangenen Jahren kaum gesunken sind. Zeaborn soll die Schiffe 2014 etwa zum selben Preis bestellt haben. Marktinsider rechnen sogar damit, dass die Preise für neue Projekte desselben Typs sogar auf mehr als 20 Mio. $ weiter ansteigen werden, wie ein Makler gegenüber der HANSA berichtet.

Zuvor stehen wohl noch einige weitere Resales seitens der chinesischen Werft Taizhou Sanfu an. Die Nummern 5 und 6 der ursprünglichen Zeaborn-Serie befinden sich ebenfalls schon in Bau – als potenzieller Käufer für diese Schiffe wird in Maklerkreisen erneut dship Carriers gehandelt. Die Reederei hatte jüngst auf der Breakbulk in Bremen einen weiteren Ausbau der Flotte angedeutet. Eine Entscheidung wird in Kürze erwartet. Laut der Flottendatenbank IHS Sea-Web sind zudem vier weitere identische Schiffe bei Taizhou Sanfu auf Kiel gelegt worden.