Bulker-Raten drehen ins Plus

Spotmarkt
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Nach dem rasanten Ratenverfall der vergangenen Wochen hat sich die Lage am Trockenfrachtmarkt diese Woche stabilisiert. Der Baltic Dry Index erholte sich seit Wochenanfang bis Donnerstag um 31 auf 1396 Punkte.

Im Capesize-Segment gelang es den Reedern, den Ratentiefflug am Spotmarkt zu stoppen und leichte Erhöhungen durchzusetzen. Die Durchschnittsrate im weltweiten Zeitcharter-Trip-Business zog bis gestern auf gut 15.800 $/Tag an. Ende vergangener Woche lag das Niveau bei knapp 15.600 $/Tag, zu Wochenanfang war es noch weiter auf rund 15.300 $/Tag gefallen. Seit Mitte August hatte es sogar einen Einbruch um über 10.000 $/Tag gegeben.

Die Bodenbildung bei den Raten diese Woche verdanken die Reeder vor allem einer Zunahme der Tonnage-Nachfrage für Brasilien. Nach längerer Abwesenheit meldeten sich Bergbaukonzerne wie Vale zurück, um zusätzliche Schiffe vom Spotmarkt unter Vertrag zu nehmen. Die Index-Raten für Fronthaul-Trips aus dem Atlantik heraus über Südamerika nach Fernost kletterte seither von 34.000 auf knapp 36.000 $/Tag an.

Es sei zu hoffen, dass damit der Weg frei ist für ein starkes viertes Quartal, erklärte ein deutscher Befrachtungsmakler. Offiziellen Daten zufolge sind die Eisenerzvorräte in den chinesischen Häfen inzwischen deutlich dezimiert bei nur noch rund 147 Mio. t. Dies schürt Hoffnungen auf eine starke Zunahme der Charteraktivität für Eisenerz ex Brasilien nach China.

Alle Segmente ziehen an

Auch für die übrigen Bulkertypen ging es diese Woche peu à peu aufwärts. Die Durchschnittsraten für Panamaxe, Supramaxe und Handysize-Bulker zogen bis Donnerstag jeweils um ein paar Hundert Dollar auf 12.500 $/Tag (Panamax), 12.942 $/Tag (Supramaxe) und 8.913 $/Tag (Handysize) an. Panamaxe profitierten Maklerangaben zufolge von verstärkter Aktivität an der Ostküste Südamerikas sowie in Nordostasien, während Handysize-Frachter vor allem im US Golf und in Südamerika deutlich Steigerungen erzielten.

Tankerraten stabil

Am Spotmarkt für Rohöltanker war der Trend im Großen und Ganzen seitwärts. Die globale Durchschnittsrate für VLCC legte laut Clarksons Platou bis gestern leicht auf 17.600 $/Tag zu. Das Ladungsangebot habe in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen, für September werden über 140 Charterabschlüsse für VLCC im Mittelost-Golf gezählt. Allerdings sei die Verfügbarkeit von Schiffsraum nach wie vor recht komfortabel für die Befrachter.

Um den Ratenanstieg zu bremsen, gäben viele von ihnen wieder älteren Tankern den Vorzug, die zu günstigeren Tagessätzen bzw. Weltskala-Raten zu haben sind, wie Makler berichten. Für Suezmaxe kletterte das durchschnittliche Ertragsniveau bei »sporadischer« Nachfrage leicht auf 14.400 $/Tag, auch im Aframax-Segment ging es leicht hoch auf 14.900 $/Tag.

Containerschiffe weiter unter Druck

Am Zeitchartermarkt für Containerschiffe wurde der Ratenverfall laut New ConTex diese Woche gebremst, dieser Index blieb unverändert bei 486 Punkten. Hingegen gab der Howe Robinson Containership Index zur Wochenmitte noch einmal leicht um 1,4% nach. Grund dafür war eine schwächere Tendenz im traditionellen Postpanamax-Bereich, der im New ConTex-Bereich nicht mit abgebildet wird. Mit 12.000-14.000 $/Tag erzielen die ganz großen Tramp-Schiffe kaum noch bessere Abschlüsse als kleinere konventionelle Panamaxe.

Die Frachtraten für Container-Verladungen standen diese Woche ebenfalls unter Druck. So verzeichnete der Shanghai-Index SCFI den zweiten Rückgang in Folge. Einbußen hatte es zuletzt vor allem auf den Routen von China nach Europa sowie nach Westafrika gegeben. Im Verkehr nach Nordamerika, wo die Raten seit August stark gestiegen sind, konnten die Carrier bei anhaltenden Platzengpässen das erreichte Niveau halten. (mph)