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Die norwegische Fosen Yard steigt bei den Nordseewerken ein, nachdem der bisherige Investor das Unternehmen aus der Insolvenzmasse zurückgekauft hat.

Die Investorengruppe um die Deutsche Industrieanlagen und Patrick Hennings-Huep, bisheriger Eigentümer der Nordseewerke Emden Werft, gründen mit der Fosen Yard ein Joint Venture in Emden, das das laufende Geschäft in Emden übernehmen wird.

Gemeinsam mit der norwegischen Stammwerft in Rissa am Trondheimfjord bilden die beiden Standorte künftig eine internationale Schiffbaugruppe, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Design und Engineering über Stahlbau und Ausrüstung bis hin zur Endlieferung abdecke, heißt es in einer Mitteilung.

Die Fosen Yard, gegründet 1918, hat ausgewiesene Referenzen beim Bau von Offshore-Schiffen, Fähren und Fischereifahrzeugen. In den vergangenen Jahren hatte Fosen neben Konstruktionen auch mehrere Umbauten von Passagierschiffen erledigt.

Die Fosen Nordseewerke können künftig Kunden aus der Passagier-, Offshore- und Marineindustrie bedienen und Schiffe nach eigenen Entwürfen bauen. Patrick Hennings-Huep: »Die Kombination von Design- und Schiffbaukompetenz wird dazu beitragen, mehr Arbeitsplätze bei der neuen Fosen Nordseewerke GmbH zu schaffen und die Europakarte für den Schiffbau vielfältiger zu gestalten.«

Zuvor war bekannt geworden, dass Hennings-Huep die Nordseewerke im Rahmen einer sogenannten übertragenden Sanierung aus der Insolvenzmasse zurückgekauft hat und alle 85 Mitarbeiter weiter beschäftigen wolle. Die eine Hälfte sollte an andere Werften verliehen werden, die andere Hälfte an Teilen für zwei Fischtrawler weiterarbeiten. Außerdem wolle man über neue Verträge für den Bau von Segmenten für Yachten und Kreuzfahrtschiffe verhandeln. Es gebe zudem Gespräche über eine mögliche Komplettfertigung im kleinen Kreuzfahrtbereich.

Die frühere Traditionswerft Nordseewerke zählte einst zu den größten deutschen Marinewerften mit bis zu 5.000 Beschäftigten. 1974 hatte Thyssen die Werft übernommen und im Jahr 2010 verkauft. Sowohl mit der Herstellung von Windkraftanlagen als auch mit Stahlbau rutschten die Nachfolge-Unternehmen jeweils in die Insolvenz. Auch die Rückkehr in den Schiffbau vor zwei Jahren als Nordseewerke Emden Shipyards (NES) scheiterte zunächst. Nun folgt Neustart Nr. 4.