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Ein Bulker der Reederei Golden Ocean ist vor Somalia einer Piraten-Attacke entgangen. Das bewaffnete Begleitteam an Bord habe die Angreifer mit Schüssen vertrieben, teilte die Anti-Piratenmission EU NAVFOR mit.

Demnach sei die »KSL Sydney« (baujahr 2014, 181.000 tdw) rund 340 sm vor der Küste Somalias angegriffen worden. Der Kapitän habe die Besatzung in den Schutzraum (Zitadelle) beordert. Das Armed Security Team (PAST) sei dagegen an Deck geblieben und habe sich mit den bewaffneten Angreifern einen »anhaltenden Schusswechsel« geliefert. Daraufhin drehte das Skiff mit mehreren bewaffneten Personen an Bord ab.

Die Einsatzzentrale von EU NAVFOR hat nach eigenen Angaben alle Handelsschiffe, die das Gebiet durchqueren, von dem Vorfall unterrichtet und eine Warnung ausgesprochen. Somalia galt lange als eines der gefährdetsten Gebiete weltweit. Zuletzt hatte sich der Schwerpunkt allerdings nach Westafrika verlagert.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden insgesamt 107 Piraten-Attacken an das IMB Piracy Reporting Center (PRC) gemeldet. Die Angriffe erfolgten auf 40 Tanker, 39 Bulker, 6 Containerschiffe sowie 22 andere Schiffe. Insgesamt wurden 69 Schiffe geentert, dazu habe es 23 versuchte Angriffe gegeben. 11 Schiffe seien beschossen und insgesamt vier Schiffe entführt worden.

PiratenDie Zahl der Geiselnahmen sei von 63 auf 102 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Zahl der Entführungen ging dagegen von 41 im Vorjahr auf 25 im Jahr 2018 zurück – alle 25 Seeleute seien bei sechs Vorfällen im Golf von Guinea verschleppt worden.

Außerhalb des Golfs von Guinea hatte die Zahl der Vorfälle im Jahresverlauf 2018 an allen anderen Hotspots ab. So hatte es im 2. Quartal 2018 keine Vorfälle vor der somalischen Küste gegeben.

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