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Die niederländische Schifffahrtsgruppe Boskalis ist zufrieden mit dem dritten Quartal und hält an seiner Jahresprognose fest. Für das zweite Halbjahr rechnet man mit Licht und Schatten. 

Für den Berichtszeitraum Juni-September meldete das Unternehmen – aktiv in den Segmenten Wasserbau, Schlepper, Offshore und Heavylift-Transport – eine »gute Umsatzentwicklung«, ein gestiegenes operatives Ergebnis, eine gute Auslastung der Hopper-Bagger und eine stabile Nachfrage nach Schwergut-Tonnage. Das Orderbuch wurde mit 3,8 Mrd. € als »nahezu stabil« bewertet. Im dritten Quartal konnten Aufträge im Wert von 500 Mio. € eingeholt werden, heißt es heute bei der Vorlage der Bilanz.

Im Segment Hopper-Bagger gab es »nach einem arbeitsreichen ersten Halbjahr« eine geringere Nachfrage für einige Wochen, insgesamt sei das Geschäft jedoch »angesichts der Marktbedingungen« gut verlaufen. »Wie erwartet war die Auslastung der Schneidbagger im dritten Quartal gering, verbesserte sich aber ab September«, so Boskalis weiter. Der Quartalsumsatz lag leicht über dem Durchschnitt des ersten Halbjahres.

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Source: Boskalis

Die im dritten Quartal akquirierten Projekte betrafen vor allem hafenbezogene Projekte in Ländern wie Deutschland (Unterhaltsbaggerung in der Weser), Kenia (Mombasa) und Finnland (Mussalo). Darüber hinaus wurden weitere Aufträge am Duqm-Projekt im Oman eingeholt, das die Nutzung der »Helios« bis weit in das Jahr 2019 hinein sicherstellen soll. Per Saldo war im Segment »Dredging & Inland Infra« ein leichter Rückgang des Auftragsbestands gegenüber Mitte 2018 zu verzeichnen.

Das Geschäftsfeld »Offshore-Energie« entwickelte sich den Angaben zufolge besser als im ersten Halbjahr, was zum Teil auf die Entscheidung zur Einstellung der »Low-End-Transportaktivitäten« zurückzuführen ist. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis stiegen im Vergleich zu den Vorquartalen. Aber: »Dennoch bleiben die Marktbedingungen herausfordernd und die ersten Anzeichen einer Markterholung haben sich bisher nur begrenzt auf die laufenden Arbeiten ausgewirkt.«

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Die »Black Marlin« (Foto: Boskalis)

Für das Segment »Marine Transport & Services« meldete Boskalis ein »den Marktgegebenheiten angemessenes Quartal«. Trotz dem anhaltenden Mengendruck sei die Auslastung der Heavylift-Schiffe stabil gewesen. Nach der Entscheidung, elf Einheiten außer Dienst zu stellen, werden die ersten davon im vierten Quartal verschrottet. Zu den »bemerkenswerten neuen Aufträgen« wird ein Vertrag zur Kabelverlegung für das Projekt »Triton Knoll«, ein Transportauftrag und ein »Top-Over-Kontrakt« für die Bokor-Plattform in Malaysia gezählt. Per Saldo war bei »Offshore Energy« ein leichter Rückgang des Auftragsbestands gegenüber Mitte 2018 zu verzeichnen.

Im Segment »Schleppen & Bergen« konnte für die Partnerschaften in Smit Lamnalco, Keppel Smit Towage, Saam Smit Towage und Kotug Smit Towage keine wesentliche Veränderung der Lage festgestellt werden.

Weniger Gewinn im zweiten Halbjahr

Der Vorstand hält an dem bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gegebenen Gewinnausblick fest. Basierend auf der Flottenplanung und den Arbeiten im Auftragsbestand soll – vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse – eine deutliche Verbesserung im Betriebsergebnis erzielt werden. Im ersten Halbjahr waren es 34,5 Mio. €. Die Prognose ist jedoch nicht nur positiv. So werde erwartet, »dass das Nettoergebnis das Niveau des zweiten Halbjahres 2017 (75 Mio. €) nicht erreichen wird. Investiert sollen im Gesamtjahr 235 Mio. €.