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Der Feeder-Carrier Bengal Tiger Lines (BTL), ehemals im Besitz von Heinrich Schoeller, gehört jetzt CMIA Capital Partners, einem Private Equity-Investor aus Singapur. Dieser  übernimmt allerdings eine deutlich geschrumpfte Flotte.

BTL war im Juli überraschend verkauft worden. Die Schoeller Holding war Mehrheitsgesellschafter der ursprünglich 1986 in Hamburg gegründeten Feeder-Carriers. Damals hieß es, eine Gruppe europäischer Finanzinvestoren stehe hinter der Transaktion. Der Verkauf an die Finanzinvestoren war von Transport Capital Pte. arrangiert worden. Weitere Details wie der Preis oder die Käufer wurden nicht bekannt gegeben.

Nach Informationen des Branchendienstes Alphaliner stammt das Geld für den Kauf tatsächlich aus Europa. Käufer und heutiger Eigentümer des Unternehmens sei aber CMIA Capital Partners aus Singapur. BTL ist demnach das erste Investment in die Schifffahrt. Angesichts der aktuellen Marktschwäche sehe man gute Perspektiven für Feeder-Dienst in Asien.

Die Bengal Tiger Lines leitet ihren Namen von ihrem Haupt-Fahrtgebiet ab, der Region rund rund um den indischen Subkontinent. Insgesamt würden jährlich etwa 900.000 TEU transportiert, hieß es bei BTL. Der Intra-Asia-Spezialist hat aber zuletzt an Größe verloren. Wurden zum Zeitpunkt des Verkaufs in der Online-Flottenliste noch gut 20 Schiffe mit Kapazitäten von 900 bis 2.750 TEU geführt, ist die verfügbare Gesamtkapazität laut Alphaliner inzwischen von einst 25.000 TEU (2014) auf lediglich noch 6.800 TEU bei vier Charter-Schiffen geschrumpft.

Damit sei auch dieser Carrier Opfer der Marktentwicklung. Insgesamt sei das Volumen der Feeder-Spezialisten im asiatischen Raum binnen Jahresfrist um 10% zurückgegangen, weil viele der Linien wieder verstärkt eigene Dienste aufgesetzt hätten, während gleichzeitig die Nachfrage vor allem im Mittleren Osten rückläufig sei.