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Die HSH Nordbank hat im dritten Quartal ihre Kräfte weiter auf die anstehende Privatisierung konzentriert. Die Non-Performing Exposure-Quote wurde im Vergleich zum Jahresende 2017 mehr als halbiert.

Dank Einsparungen auf der Kostenseite, einer soliden Geschäftsentwicklung sowie Sanierungserfolgen im Schiffskreditportfolio seien hohe, im Zusammenhang mit der Privatisierung angefallene Kosten vollständig ausgeglichen worden, heißt es im Quartalsbericht.

»Wir stehen unmittelbar vor dem Abschluss der Privatisierung, danach beginnt für die Bank eine neue Zeitrechnung«, sagte Stefan Ermisch, CEO der HSH Nordbank. Die Transformation zu einer nachhaltig profitablen Bank sei ein immenser Kraftakt.

Das Konzernergebnis vor Steuern beläuft sich auf 8 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 201 Mio. €) und liege über den Erwartungen. Den Rückgang erklärt die Bank mit dem Aufwand für die Zweitverlustgarantie von –188 Mio. €, eine Ausgleichszahlung in Höhe von –100 Mio. € für die vorzeitige Aufhebung und nötige Restrukturierungskosten in Höhe von –49 Mio. €.

Zum Konzernergebnis trug der Vorsteuergewinn der Kernbank in Höhe von 475 (668) Mio. € bei. Die unter Sonstige & Konsolidierung gebündelten Gesamtbankpositionen, inklusive Restrukturierungs- und Transformationskosten, belasteten den Konzern mit insgesamt -237 (-16) Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern der perspektivisch aufzulösenden Abbaubank ist ebenfalls erwartungsgemäß negativ und schlug mit -230 (-451) Mio. € zu Buche.

Der Gesamtertrag im Konzern liegt mit 488 (993) Mio. € auf erwartetem Niveau. Im Vorjahr gab es deutlich höhere Erträge aus dem gesteuerten Verkauf von Wertpapieren, die zur Kompensation hoher Belastungen aus den Altkrediten der Abbaubank realisiert worden waren. Die Cost-Income-Ratio von knapp 60% liegt derzeit noch weit über dem bis Ende 2021 zu erreichenden Zielwert von höchstens 40%.

Weiterer Abbau im Schiffsportfolio

Das operative Geschäft entwickelte sich in den ersten drei Quartalen solide, wenngleich das Neugeschäftsvolumen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld aufgrund der strikten Ertrags- und Risikovorgaben mit 5,4 (6,4) Mrd. € unter Vorjahr blieb. Zuzüglich der rund 0,4 Mrd. € zur Syndizierung vorgesehener Kredite, überwiegend aus dem Immobilienbereich, beliefen sich die neu kontrahierten Finanzierungen auf 5,8 Mrd. €.

Bei den Finanzierungen im Bereich Shipping wurde das Vorjahresniveau von 0,4 (0,4) Mrd. € in Folge strikter Risk-/Return-Kriterien gehalten. Das Shipping-Kreditportfolio macht jetzt noch 5,2 Mrd. € aus – seit Ende 2017 wurden damit weitere 300 Mio. € aus dem Bestand getilgt. Das NPL-Portfolio, in das Altlasten ausgelagert worden waren, wurde bilanztechnisch (IRRS) und durch weitere Abverkäufe auf nur noch 975 Mio. € minimiert.

HSH
Grafik: HANSA

NPE-Quote mehr als halbiert

Mit der Rechnungslegung nach IFRS 9 und der damit einhergehenden Fair-Value-Bilanzie- rung der Portfolio-Transaktion sowie dank dem fortlaufenden Abbau von Altkrediten hat sich die Non-Performing Exposure-Quote auf 4,5% gegenu?ber 10,4% zum Jahresultimo 2017 mehr als halbiert. Nach Abschluss der Privatisierung und dem Verkauf notleidender Kredite der Abbaubank an Investoren (Portfolio-Transaktion) werde die Bank nahezu vollständig von Altlasten befreit sein und eine auch im europäischen Vergleich niedrige NPE-Quote von rund 2% erreichen, heißt es.

Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) liegt bei soliden 16,1%. Die Konzern-Bilanzsumme hat sich planmäßig weiter auf 61,3 (70,4) Mrd. € verringert. Die Bank geht im Zusammenhang mit der Privatisierung und der laufenden Transformation von weiteren erheblichen Belastungen vor allem durch Restrukturierungsaufwendungen aus und erwartet deshalb für das Gescha?ftsjahr 2018 unverändert einen Verlust vor Steuern von rund –100 Mio. €. Im Zuge des Eigentu?merwechsels könne sich diese Prognose noch ändern, heißt es.

Der Kaufvertrag für die Bank wurde am 28. Februar 2018 unterzeichnet. Künftige Eigentümer werden die privaten und voneinander unabhängigen Investoren Cerberus European Investments, J. C. Flowers & Co., GoldenTree Asset Management, Centaurus Ca- pital und die BAWAG P.S.K. AG, beziehungsweise von diesen initiierte Fonds sein. Das Closing soll nach HANSA-Informationen noch im November erfolgen.