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Im Falle eines »harten« Brexit sollen zusätzliche Fähren mögliche Staus und Verzögerungen kompensieren. London chartert Schiffe für knapp 103 Mio. £ ein.

Das sehen nach einem Bericht der BBC Notfallpläne vor, die vom britischen Transportministerium ausgearbeitet wurden. Großbritanniens EU-Austritt ist für den 29. März vorgesehen. Einen ungeregelten Brexit wollen sowohl London als auch Brüssel vermeiden, allerdings hat das britische Parlament dem Abkommen bislang nicht zugestimmt.

Bei einem »harten« Brexit« sollen rund 4.000 Lkw pro Woche von Dover auf andere Häfen wie Plymouth, Poole und Portsmouth umgelenkt werden. Vor allem durch dann erforderliche Grenzkontrollen und Zollformalitäten könnte es zu erheblichen Behinderungen und zu Staus in Dover kommen, heißt es.

Den 100-Mio.-Auftrag teilen sich drei Reedereien ergangen – DFDS (42,5 Mio. £), British Ferries (46,6 Mio. £) und Seaborne Freight (13,8 Mio. £). Sie sollen die nötigen RoRo-Schiffe für die zusätzlichen Transporte über den Ärmelkanal bereitstellen. Es gehe um ein Volumen von etwa 10% des bestehenden Verkehrs, rund 0,5 Mio. t im Monat, heißt es.

 

So will Brittany Ferries laut dem BBC-Bericht drei ihrer Routen zur Südküste Englands um 19 wöchentliche Hin- und Rückfahrten erweitern. Geplant sei auf den Strecken von Roscoff nach Plymouth, Cherbourg nach Poole und von Le Havre nach Portsmouth eine Steigerung der Transportkapazität von 50% gegenüber dem aktuellen Fahrplan. DFDS könnte die Routen zur Ostküste Englands, zu Beispiel nach Felixstowe, übernehmen.

Allerdings herrschen erhebliche Zweifel daran, ob der britische Anbieter Seaborne Freight überhaupt in der Lage ist, eine Verbindung zwischen Ramsgate and Ostend zu etablieren. Das Unternehmen habe noch nie einen Fährdienst betrieben und werde das in der verbleibenden Zeit auch nicht schaffen.

Titelfoto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)