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Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) ist durch eine Konventionalstrafe in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ein Krisenplan soll jetzt helfen.

Die Kreuzfahrtfähre »W.B. Yeats« wurde von der Flensburger Werft kurz vor Weihnachten an die Reederei Irish Continental abgeliefert. Nach Verzögerungen beim Bau und vermutlich einem Sabotage-Akt an einem der Schiffsmotoren war der Neubau mit einer mehrmonatigen Verspätung auf die Fahrt nach Irland gegangen. In der Folge musste die Werft eine Konventionalstrafe bezahlen. Dieses Geld fehlt jetzt für die Bauzeitfinanzierung der nächsten Schiffe.

Die 194 m lange und 54.975 BRZ große Fähre »W.B. Yeats« war der größte Neubau in der Geschichte der Werft. »Die Verzögerungen des Neubaus 771 haben für erhebliche Verluste gesorgt«, sagt Geschäftsführer Rüdiger Fuchs. Ein Krisenplan soll jetzt helfen.

»Die FSG hat einen Plan zur Finanzierung der Werft entwickelt, zu dem wir uns derzeit in intensiven Gesprächen mit dem Land Schleswig-Holstein, Kunden und Lieferanten sowie Betriebsrat und IG Metall befinden«, sagte Fuchs heute. Bereits am Freitag war die 650-köpfige Belegschaft informiert worden.

Seit zwei Wochen laufen außerdem intensive Gespräche mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium in Kiel. Außerdem verhandelt die Werft mit den Auftragebern der anderen Neubauprojekte sowie mit den Banken. »Es ist unser Ziel, die Unterstützung aller Beteiligten in möglichst kurzer Zeit zu erhalten«, sagte Fuchs.

Die Werft selbst hat volle Auftragsbücher. Sieben Neubauten mit einem Auftragsvolumen von 1 Mrd. € sind bis Ende 2021 unter Vertrag. Dei Auftraggeber zahlen zu Beginn nur sehr niedrige Anzahlungen und danach im Bauverlauf weitere Raten. Den Bau finanziert die Werft meist mittels Krediten. Für eben diese Kredite benötigt die Werft jedoch auch Eigenkapital. Dieses Geld ist nach den Verlusten durch die »W.B. Yeats« jedoch aufgebraucht. Deshalb braucht das Unternehmen dringend neue Geldgeber. (FB)

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