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Trotz solider Bilanz und einem gut gefüllten Auftragsbuch verordnet sich der finnische Konzern Wärtsilä einen Sparkurs. Weltweit sollen 1.200 Stellen abgebaut werden.

Im vergangenen Jahr hat Wärtsilä Bestellungen im Wert von 6,3 Mrd. € entgegen genommen. Das ist ein Anstieg von 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz kletterte um 5% auf knapp 5,2 Mrd. €. Das operative Ergebnis lag »stabil« bei 577 Mio. €. Die Aussichten für dieses Jahr werden als »stabil« bezeichnet. Im Marine-Bereich könne die ausbleibende Ausrüstung von Neubauten durch das breite Portfolio an System-Lieferungen und Service-Angeboten aufgefangen werden, teilte das Unternehmen mit.

Wärtsilä, Scrubber
Die Nachfrage nach Abgasreinigern (SCrubber) hat die Bilanz des finnischen Konzerns gestützt (Foto: Wärtsilä)

Besonders stark sei die Nachfrage nach Scrubbern im Vorfeld der neuen IMO-Regulierung für Schwefelemissionen (»Sulphur Cap«) gewesen. Auch die Fähr- und Kreuzfahrtschifffahrt habe für gute Geschäfte gesorgt. Die Akquisition von Transas habe das Portfolio noch einmal verbreitert. Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse aber die Profitabilität gesteigert werden, kündigte CEO Jaakko Eskola an. Die Kostenstruktur werde daher überprüft.

100 Mio. € Einsparung

Wärtsilä hat sich daher ein Effizienzprogramm verordnet, bei dessen Umsetzung weltweit rund 1.200 Stellen quer durch alle Geschäftseinheiten im Konzern abgebaut werden sollen. Eskola will jährlich 100 Mio. € an Kosten einsparen – vor allem ab 2020, wenn das Sparprogramm zur vollen Entfaltung kommt. Die Restrukturierung soll den Prognosen zufolge zunächst allerdings Kosten von 75 Mio. € verursachen.

Bereits im vierten Quartal des vergangenen Jahres wurden einige Probleme deutlich. Zwar konnten Auftragseingang (+24%) und Umsätze (+6%) gesteigert werden. Allerdings schrumpfte das operative Ergebnis um 7% auf 206 Mio. €, das EBITDA um 5% und das Vorsteuerergebnis um 8% auf 194 Mio. €. Als Ursachen werden unter anderem Kosten für Restrukturierungen und Übernahmen in Höhe von 20 Mio. € angegeben. Auch haben Verzögerungen bei zwei Kraftwerksprojekten die Bilanz beeinträchtigt, während der Verkauf der Pumpensparte 27 Mio. € in die Kasse gespült hatte.