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Die Sparkassen haben ein Angebot für eine Kapitalerhöhung bei der NordLB vorgelegt. Private Investoren wären damit vermutlich aus dem Rennen.

Die deutschen Sparkassen haben gestern einer finanziellen Unterstützung der angeschlagenen NordLB zugestimmt. Das teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) nach einer Mitgliederversammlung in Berlin mit. Weitere Details könnten heute bereits verkündet werden.

Dei NordLB braucht eine Kapitalerhöhung von rund 3,7 Mrd. €. So fordert es die europäische Bankenaufsicht. Anfang der Woche hatten die beiden US-Investoren Cerberus und Centerbridge ihr gemeinsames Angebot hinterlegt. Dem Vernehmen nach wollen sie aber nur rund 550 Mio. € in eine Beteiligung an der Landesbank investieren.

Damit wird jetzt doch noch eine öffentlich-rechtliche Lösung wahrscheinlich. Niedersachens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sprach von einer »vielversprechenden Perspektive«. Bereits in Kürze sei nun eine Grundsatzentscheidung möglich.

Dem Vernehmen nach könnte sich die finanziellen Hilfen der Sparkassen auf rund 1,2 Mrd. € addieren. Den größeren Teil in Höhe von rund 2,5 Mrd. € müssten die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stemmen, die zusammen rund 65% der Anteile an der NordLB halten. Aber auch der Sicherungsfonds aller deutschen Sparkassen wie auch der entsprechende Fonds der Landesbanken sollen einen Beitrag leisten. Dazu soll es in den kommenden Tagen weitere Gespräche geben.

Die Bank benötigt bis zu 3,7 Mrd. €. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte mit einer Abwicklung der Bank gedroht, sollte es keine Lösung geben.

Die NordLB, die derzeit knapp 6.000 Mitarbeiter beschäftigt, leidet unter schmerzhaften Abschreibungen auf Schiffskredite. Der Bestand an »problembehafteten« Krediten (non-performing loans – NPL) soll bis Ende des Jahres auf unter 5 Mrd. € sinken, Ende Juni 2018 waren es noch 7,7 Mrd. € gegenüber 9,1 Mrd. € im Sommer 2017.

Seit Jahresende 2015 war das gesamte Schiffsfinanzierungsportfolio bereits um 7,5 Mrd. € auf zuletzt nur noch 9,9 Mrd. € reduziert worden. So konnte mit Abschluss des 1. Halbjahres 2018 wieder ein kleiner Gewinn von 54 Mio. € ausgewiesen werden.

Der Abbau soll massiv fortgesetzt werden. Mit Macht will sich sich die NordLB von Altlasten befreien und bietet »faule« Schiffskredite zum Verkauf an. Insgesamt geht es um drei Pakete:

  • 42 MPP-Schiffe, die vermutlich an die Hamburger Reederei Auerbach Schifffahrt gehen. Dazu kommen zwei Milliarden-Portfolios
  • das Portfolio names »Big Ben« im Wert von rund 2,5 Mrd. €. Darüber soll der US-Investor Cerberus derzeit exklusiv mit der NordLB verhandeln
  • das Portfolio »Tower Bridge« im Wert von etwa 4 Mrd. €. Auch dafür sollen mehrere finale Angebote von Cerberus, dem US-Investor Lone Star oder dem Hedgefonds Davidson Kempner vorliegen.