Der mit 5.000 € dotierte BRIESE-Preis für Meeresforschung 2018 wurde am IOW an den IOW-Meereschmiker Dr. Jens Daniel Müller (Mitte) verliehen. Kapitän Klaus Küper (r.) von der BRIESE-Reederei, IOW-Direktor Ulrich Bathmann (l.). (Foto: IOW)
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Der von der Leeraner MPP- und Forschungsreederei Briese gestiftete Preis für Meeresforschung geht in diesem Jahr an Jens Müller.

Die Jury des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) würdigt damit seine Forschung zu den Besonderheiten der Ozeanversauerung in Rand- und Küstenmeeren, wie heute bekannt wurde. Am Beispiel der Ostsee zeigte Müller auf, dass diese unter fundamental anderen Voraussetzungen stattfindet als im offenen Ozean. Mit der Weiterentwicklung einer hochpräzisen optischen pH-Messmethode, die bislang nur bei den hohen Salzgehalten der offenen Weltmeere eingesetzt werden konnte, jetzt aber auch in weniger salzigem Brackwasser anwendbar ist, schuf er außerdem die Grundlage, um pH-Änderungen auch im Brackwasser weltweit vergleichbar zu machen, heißt es in der Begründung.

Der mit 5.000 € dotierte BRIESE-Preis für Meeresforschung 2018 wurde an den Meereschemiker Dr. Jens Daniel Müller (Mitte) verliehen. Kapitän Klaus Küper (r.) von der BRIESE-Reederei, IOW-Direktor Ulrich Bathmann (l.). (Foto: IOW)

Der BRIESE-Preis für Meeresforschung wird von der Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG (Leer/Ostfriesland) gestiftet, die für die Bereederung der mittelgroßen deutschen Forschungsschiffe, wie z. B. die »Elisabeth Mann Borgese« und die »Heincke«, sowie der großen Forschungsschiffe »Meteor« und »Sonne« zuständig ist.

Der Preis für herausragende Doktorarbeiten in der Meeresforschung ist mit 5.000 € dotiert und wurde jetzt zum 9. Mal am IOW verliehen. Der Preisträger sagte, seine wissenschaftliche Leidenschaft und Neugier setze er sehr gerne für ein Themenfeld ein, bei dem es darum geht, wie der Einfluss des Menschen auf die Meeresumwelt am besten zu beobachten ist und welche Lösungen sich für die entstandenen Probleme finden lassen.

BRIESE-Preisträger Jens Müller befasste sich in seiner Doktorarbeit intensiv mit verschiedenen Aspekten des CO2-Kreislaufs in der Ostsee. Der begeisterte Segler stellte letztes Jahr bei einer dreimonatigen Segelexpedition sogar sein Hobby in den Dienst dieser Forschung. (Foto: IOW)

Die Ozeanversauerung, mit der sich Müller am Beispiel der Ostsee befasst hat, wird auch als »das andere CO2-Problem« bezeichnet. Denn der durch den Menschen verursachte übermäßige Kohlendioxid-Ausstoß ist nicht nur ein Problem für das Klima: CO2 löst sich im Meerwasser, bildet Kohlensäure und setzt so Wasserstoff-Ionen frei, die zur Versauerung führen. Die pH-Absenkung beeinflusst fast alle biochemischen und biologischen Prozesse im Meer. Um Prototypen und die nachfolgenden Gerätegenerationen zu testen, verbrachte Müller während 5 Schiffsexpeditionen gut 7 Wochen auf See. Mittlerweile überprüft die Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM), ob das angepasste pH-Messverfahren offiziell als Versauerungsindikator in das internationale Ostsee-Monitoring aufgenommen werden soll.

»Die Arbeit von Jens Müller zeigt eindrucksvoll, dass akribisches, wissenschaftliches Arbeiten in der Ostsee zu Ergebnissen führen kann, die auch international von Bedeutung sein werden. Wir freuen uns, in diesem Jahr einen jungen Wissenschaftler auszeichnen zu können, der auch durch seine Passion zum Meer diesen wissenschaftlichen Ehrgeiz entwickelt hat. Wir danken der Jury für die sorgfältige Auswahl des 9. Preisträgers BRIESE-Preis für Mee-resforschung«, so Klaus Küper, Leiter der Abteilung Forschungsschifffahrt der Reederei Briese.