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Schiffsmakler und -agenten gehören zu den am stärksten betrugsgefährdeten Unternehmen in der Schifffahrt. Der International Transport Intermediaries Club (ITIC) fordert sie auf, einfache Kontrollen durchzuführen, um sich selbst zu schützen.

In der neuesten Ausgabe seiner Claims Review zitiert der ITIC den Fall eines Schiffsmaklers, der eine per E-Mail versandte Frachtrechnung von einer Reederei über 120.000 $ erhalten hatte. Das auf der Rechnung angegebene Bankkonto war das gleiche wie das zuvor vom Reeder verwendete. Einige Stunden später erhielt er eine weitere E-Mail, die offenbar vom Reeder kam und eine Änderung der Bankverbindung mitteilte, weil das ursprüngliche Bankkonto aufgrund einer internen Prüfung angeblich nicht mehr für den Zahlungseingang zur Verfügung stünde.

Diese Nachricht stammte aber nicht vom echten Reeder, sondern von einer sehr ähnlichen E-Mail-Adresse, die von einem Betrüger erstellt worden war, der auch ein gefälschtes Anmeldeformular zur Verfügung gestellt hatte. Der Broker bemerkte die Änderung der E-Mail-Adresse nicht und erst nachdem der Reeder nachgefragt hatte, wurde der Betrug entdeckt. Der Charterer musste die Fracht erneut bezahlen und verlangte vom Makler Entschädigung wegen Fahrlässigkeit. Der Broker erstattete dem Charterer den Betrag, den dieser vom ITIC zurückerhielt.

Vor Überweisung zum Telefon greifen

In einem weiteren Fall erhielt ein Schiffsagent eine E-Mail, in der er angeblich von seinem Auftraggeber aufgeklärt wurde, dass sich die Bankverbindung geändert habe und dass Gelder auf ein neues Bankkonto überwiesen werden sollten. Obwohl das neue Bankkonto in keinem offensichtlichen Zusammenhang mit dem Auftraggeber stand, überwies der Agent die Summe von 53.000 $. Der Auftraggeber erhielt das Geld jedoch nicht, weil der Agent das Geld auf das falsche Konto eingezahlt hatte, ohne zu bemerken, dass die E-Mail-Adresse, die den Wechsel des Bankkontos mitteilte, leicht von der richtigen E-Mail-Adresse seines Auftraggebers abwich. ITIC hatte dem Agenten den vollen Betrag ordnungsgemäß erstattet.

Laut ITIC gibt es eine große Anzahl solcher Betrügereien. Während die meisten der Opfer Schiffsmakler und Schiffsagenten seien, habe man auch ähnliche Berichte von Mitgliedern aus anderen Tätigkeitsfeldern erhalten

ITIC betont, dass jeder, der eine Zahlung leistet, das Ziel von Betrügern sein könnte, und warnt davor, dass jede Nachricht, in der es vorgeblich um geänderte Bankverbindungen geht, mit Argwohn betrachtet werden sollte. Mitglieder werden aufgefordert, sich vor der Überweisung von Geldern per Telefon mit einem vertrauenswürdigen Vertreter im Büro des Empfängers in Verbindung zu setzen. Mit einfache Kontrollen, so heißt es, könne man die Betrüger besiegen.