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Die South African Maritime Safety Authority (SAMSA) will »alle Arten zugelassener Abgasreinigungssysteme« in ihren Hoheitsgewässern zulassen.

In einer Bekanntmachung, die an Reedereien, Kapitäne und Bunkerlieferanten herausgegeben wurde, hatte die SAMSA erklärt, dass die Verwendung von Open-Loop-, Closed-Loop- oder Hybridsystemen bis auf weiteres »als gleichwertige Regelung gemäß Verordnung 4 des MARPOL Annex VI zur Einhaltung des Schwefelgrenzwertes[der derzeit auf den Kriterien der Leitlinien für Abgasreinigungssysteme von 2015 (Resolution MEPC.259(68)) basiert« akzeptiert werde.

Die Entscheidung bedeutet, dass alle mit EGCS ausgerüsteten Schiffe ab 2020 in südafrikanischen Hoheitsgewässern und Häfen weiterhin schwefelreichen Bunkerkraftstoff verbrennen dürfen, wenn sie mithilfe von Abgaswäschern den Schwefelgrenzwert von 0,50 % einhalten können. SAMSA hat auch die Verbrennung von MGO, LSFO, LNG und marinen Biokraftstoffen genehmigt, um die bevorstehende Anforderung zu erfüllen.

Zu den unter die Jurisdiktion von SAMSA fallenden Hafengebieten gehören Kapstadt, Saldanha Bay, Port Nolloth, Port of Ngqura, East London, Durban, Mossel Bay, Port Elizabeth und Richards Bay.

Bisher 80% Marktanteil für Open-Loop Scrubber

Die Clean Shipping Alliance 2020 (CSA 2020), ein Verband von Reedereien, die Scrubber nutzen, begrüßte die Entscheidung. Ian Adams, Executive Director CSA 2020, sagte: »Wir freuen uns, dass Südafrika den Einsatz von Open-Loop-Systemen in seinen Gewässern genehmigt hat. Der Einsatz von EGCS verbessert die lokale Luftqualität erheblich, und wir hoffen, dass andere Häfen die Technologie begrüßen werden.« Dazu wolle man weiter im Dialog mit Hafenbehörden treten und Informationen zu der Technik bereitstellen.

Mehrere Küstenstaaten haben wegen Umweltbedenken bereits den Einsatz von Open-Loop-Scrubbern untersagt, bei denen der aus dem Abgas gewaschene Schwefel einfach ins Meer geleitet wird. Die CSA macht sich dagegen für die Technologie stark. Geschlossene Systeme (Closed Loop) sind im Betrieb teurer und komplizierter, das Waschwasser muss in Tanks gelagert und an Land entsorgt werden. Der Lobbyverband beruft sich auf Studien, die sie umwelttechnische Unbedenklichkeit der Einleitung belegen sollen. Den Staaten, die die Technologie ablehnen, geht es vor allem um die noch gar nicht absehbaren Langzeitfolgen für die marine Umwelt. Adams verweist nun vor allem auf die positiven Effekte für die Luftqualität durch den Einsatz von Scrubbern.

In den letzten Jahren wurden laut der Zahlen von CSA für mehr als 80% der rund 2500 Schiffe, die bis Ende 2019 über EGCS-Anlagen verfügen werden, Open-Loop-Versionen der Technologie ausgewählt.