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Einer der größten Shipmanager der Welt, die in Hongkong ansässige Wallem-Gruppe, hat sich eine neue Strategie verpasst. Der neue CEO Frank Coles zeigt sich ambitioniert.

Wallem bezeichnet sich selbst als »ein führender Anbieter von technologiegetriebenen maritimen Lösungen«. Die gemanagte Flotte umfasste zuletzt knapp 280 Schiffe, damit lag man hinter V.Group, Anglo-Eastern und Bernhard Schulte Shipmanagement auf Rang 4. Im Herbst 2018 war bekannt geworden, dass die vakante Stelle des CEO mit Frank Coles besetzt wird, zuletzt bis zur Übernahme durch Wärtsilä Chef beim Navigationsspezialisten Transas.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat es sich Coles zum Ziel gesetzt, das eigene Geschäft und die Unternehmensstruktur den aktuellen Marktbedingungen anzupassen. Die Aktualisierung der Corporate Identity markiere »den Beginn einer tiefgreifenden Veränderung des Serviceangebots, das die neueste Technologie nutzen wird, um die Transparenz und Effizienz in einem Programm zu verbessern, das darauf abzielt, die Beziehung zwischen Eigentümern und ihren Schiffen zu verändern«, heißt es in einer heute veröffentlichten Ankündigung.

»Nicht kompatibel«

»Wir wollen beratende Experten sein und die Eigentümer bei der Bewältigung branchenweiter Herausforderungen wie der Schwefelobergrenze der IMO und der Bedrohung durch Cyber-Bedrohungen unterstützen und gleichzeitig einen Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend engeren Markt erhalten«, erläuterte der CEO. Denn dies seien die Themen, mit denen die Schifffahrt auf dem Weg in die 2020er Jahre zu kämpfen hat. Seiner Ansicht ist der derzeitige Ansatz für das Schiffsmanagement »einfach nicht kompatibel«.

Frank Coles (Foto: Wallem)

Man wolle den Strukturwandel in der maritimen Industrie unterstützen und in Zusammenarbeit mit den Schiffseignern einen grundlegend neuen Ansatz etablieren. Die aktualisierte Strategie basiert auf drei grundlegenden Werten: Unterstützung der Qualität durch Sicherheit, Transparenz durch Technologie und Service durch Support.

Zusammengenommen würden diese Grundsätze es ermöglichen, das Angebot zu erweitern, einschließlich Sicherheitsmanagement und Compliance, Crewing, Training, Asset- und Commercial Management sowie Schiffsagentur. »Sie werden auch Impulse für die Einführung neuer Dienstleistungen geben, die von Schiffseignern benötigt werden, wie beispielsweise Technologieberatung«, heißt es weiter.

Coles ist der Ansicht, dass mangelnde Transparenz die Zusammenarbeit behindert und die Eigentümer daran hindert, das Beste aus ihren Schiffen zu herauszuholen. »Die Tatsache, dass die Eigentümer einen klareren Überblick über die Leistung der Flotte und den Betriebsstatus haben, ebnet den Weg für den Aufbau einer konstruktiveren Beziehung. Wallem hat die Möglichkeit zu wachsen, indem es die Initiative ergreift, um die Mängel des traditionellen Modells zu beheben«, sagte er. Es gehe nicht nur um die Klarheit der Abläufe, sondern auch darum, wie das Geschäft überhaupt erst aufgebaut werden kann.


Erfahren Sie weitere Hintergründe zur neuen Strategie und zu den Plänen von Frank Coles. In der Juni-Ausgabe geht die HANSA vertieft auf die Entwicklungen von Wallem ein.