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Im Dezember war die »Kuzma Minin« auf Grund gelaufen, jetzt wird sie nach fast 40 Jahren im Dienst verschrottet. Damit endet ein Kapitel deutschen Schiffbaus an der Warnow.

Die Warnowwerft in Warnemünde hatte den 23.200-Tonnen-Bulker Anfang 1980 abgeliefert. Seitdem fährt der Frachter auf den Weltmeeren, vor allem im Europaverkehr der russischen Reederei Murmansk Shipping.

Die »Kuzma Minin« ist damit ein Beispiel dafür, dass trotz jahrelanger Krise und Überkapazitäten in der Weltflotte einige Schiffe durchaus ein respektables Alter erreichen können. In den vergangenen Jahren waren viele Schiffe verschrottet worden, die weit weniger Jahre im Dienst waren, zum Teil jünger als 15 oder zehn Jahre.

Die Warnowwerft, die nach dem Ende der DDR unter anderem zu den Werftgruppen Aker, Wadan und Nordic sowie heute zu MV Werften gehört, hat seinerzeit offenbar gute Schiffbauqualität geliefert. Die Schwester der »Kuzma Minin«, die »Petr Velikiy«, ist sogar rund zwei Jahre älter und fährt noch immer für Murmansk Shipping. Nach Angaben der Reederei wurden beide Schiffe 2004 in China modernisiert.

Zumindest für die »Kuzma Minin« ist nun jedoch das Ende nah. Denn die Reederei hat den Bulker zum Verschrotten auf die letzte Reise geschickt, wie Makler berichten – ohne Angabe des Reiseziels. Der Preis soll bei lediglich 120 & pro ldt liegen. Der Branchendienst VesselsValue taxiert den Schrott-Wert des Schiffes auf 3,74 Mio. $.

Auch ist unklar, ob die unter russischer Flagge fahrende »Kuzma Minin« diese Reise mit eigener Kraft antreten kann. Denn seit einem Grundlauf Ende 2018 liegt der Bulker vor der britischen Küste. Der Scrap-Verkauf gilt entsprechend als »as is U.K.«. Er war ohne Ladung unterwegs, als er in der Nähe von Falmouth havarierte. Bei schlechtem Wetter habe das Schiff seinen Anker über den Grund gezogen und sei etwa zwei Stunden später aufgelaufen, hieß es von den britischen Behörden. Nach etwa acht Stunden gelang es, mit Hilfe von drei Schleppern, das Schiff bei Flut wieder frei zu bekommen. Am Bug des Frachters könnte es zu kleineren Schäden gekommen sein, hervorgerufen durch einen Felsen. Seitdem durfte die »Kuzma Minin« nicht weiterfahren, weil es dem Vernehmen nach einige Bunker-Zertifikate nicht vorweisen konnte und in einem Bunker-Tank ein Leck gefunden wurde. Bereits im Mai 2018 war sie in Terneuzen in die Kette gelegt worden, weil der Eigner keine Heuer gezahlt hatte.