Maersk startet Pionierprojekt für digitale Zoll-Deklaration

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Der dänische Schifffahrtskonzern Maersk baut seine digitalen Angebote aus. Das jüngste Projekt betrifft die Abwicklung der Zolldeklaration.

In jedem Hafen in jedem Land sei Ladung durch viele verschiedene Regeln, Vorschriften und Gesetze beeinflusst, die das Leben eines Händlers erschweren, heißt es zur Begründung des Projekts in einer heutigen Ankündigung. Dafür habe man nun eine Online-Plattform aufgesetzt, die die Zollabfertigung vereinfachen soll, teilte Maersk mit.

Zunächst gilt das Projekt für eine ausgewählte Ländergruppe in Europa: Deutschland, Frankreich, Dänemark, Niederlande, Polen, Großbritannien und Spanien. Bis Ende 2019 soll das Angebot allerdings für den weltweiten Markt aufgebaut werden.

Vincent Clerc, CCO von A.P. Möller Maersk

Der internationale Handel unterliegt vielfältigen und umfassenden Kontrollen und Zollvorschriften, die eingehalten werden müssen. Eine Verzögerung verursacht erhöhte Kosten wie Lagerkosten, Geldbußen und Strafen, was zu zusätzlichen Problemen für Importeure und Exporteure führt. »Dieser neue One-Stop-Shop ermöglicht es uns, Export- und Importdeklarationen für unsere Kunden zeitnah und effizient abzuwickeln. Die Lösung bietet Vorteile wie vollständige Compliance, erspart die Erstellung eines Angebots, da die Preise online angezeigt werden, und spart drei bis fünf Minuten pro Transaktion«, wird Vincent Clerc, Chief Commercial Officer von A.P. Moller – Maersk, zitiert.

Den Kunden soll auf diese Weise Zeit und Geld gespart werden, da die Anzahl der nötigen »Vermittlerstellen« von drei oder vier auf nur einen reduziert werden. Die Funktion soll alle Arten von Ladung für alle Maersk-Marken abdecken.

Als bereits existierendes Beispiel wird Deutschland aufgeführt, wo Maersk ein entsprechendes Angebot seit fast zwei Jahren betreibe.

Vor allem in der Containerschifffahrt mit ihren vielfach standardisierten Abläufen gibt es nach Ansicht von Fachleuten großes Potenzial für digitale Innovationen. Nach einem Branchen-Report von Freightos gelten Maersk, die deutsche Linienreederei Hapag-Lloyd und CMA CGM aus Frankreich als »digitale Vorreiter«. CMA CGM hatte erst vor wenigen Tagen ihr »eSolutions« auf den Markt gebracht.