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Die fortschreitende Klimaerwärmung macht zunehmend eine Fahrt über die Nordostpassage möglich, die bis vor wenigen Jahren vollständig von Eis bedeckt und damit nur für Spezialschiffe mit Unterstützung von Eisbrechern passierbar war. Dieser Seeweg ist auch für den Hamburger Hafen interessant.

Für das russische Staatsunternehmen Rosatom bietet die insgesamt rund 4.800 km lange Nordostpassage ein enormes Potenzial für den Schiffsverkehr und den Transport von Gütern. So wurden im Jahr 2018 nach Auskunft von Rosatom rund 20,2 Mio. t Güter auf dem arktischen Seeweg transportiert.

Die »Vistula Maersk« und ihre Schwestern haben einen verstärkten Rumpf, mit dem sie durch Eis fahren können
Die »Vistula Maersk« und ihre Schwestern haben einen verstärkten Rumpf, mit dem sie durch Eis fahren können. © Maersk

Die ganzjährige Schiffbarkeit soll nach Vorstellung der russischen Entwicklungsbehörde bis 2030 erreicht werden. Dann könnte auch containerisierte Fracht und Massengut über diese Route zum Beispiel von China und Russland die kürzere Strecke nach Hamburg nehmen. Erste Testtransporte seien erfolgreich verlaufen, hieß es. Die russische Seite rechnet bereits bis 2024 mit einer Steigerung der transportierten Güter auf 92,6 Mio. t.

Partner wollen voneinander lernen

Beim Deutsch-Russischen Logistikworkshop in Moskau, bei dem sich Hafen Hamburg Marketing (HHM) gemeinsam mit Unternehmen der Logistik- und Verkehrswirtschaft präsentierte, wurde zwischen der Unternehmensgruppe Rosatom, vertreten durch Kirill Komarov, Direktor der Atomic Energy Power Corporation, und HHM-Vorstand Ingo Egloff ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Beide Seiten wollen die Zusammenarbeit zwischen den Häfen entlang der Nordostpassage und den Häfen der Metropolregion Hamburg stärken und ausbauen.

In der Vereinbarung verständigten sich die Partner auf einen intensiveren Austausch von Informationen und Erfahrungen sowie die gemeinsame Konzipierung und Implementierung von internationalen Kooperationsprojekten. Auch die weitere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Transportangeboten zwischen Nordeuropa und Russland unter Einbeziehung von China sei Bestandteil des MoU.