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40% der Bremer Speditionsfirmen sind mit ihren Geschäftsergebnissen für 2018 zufrieden, weitere 40% sprechen sogar von guten oder sehr guten Ergebnissen. Kritik gibt es an der Infrastruktur und am Service der Linienreedereien.

Schon im letzten Jahr konnten die Speditionsunternehmen ähnliche Ergebnisse erzielen. Oliver Oestreich, Vorsitzender des Vereins Bremer Spediteure, warnt aber zugleich: »Zwar haben die Unternehmen auch für 2019 noch positive Erwartungen, aber die konjunkturellen Rahmendaten trüben sich spürbar ein.« Er verweist auf eine nachlassende Konjunktur der Weltwirtschaft und auf bestehende Risiken wie den Brexit, die hohe Verschuldung Italiens sowie besonders auf die Handelsstreitigkeiten der USA mit der Europäischen Union und China.

Knapp 40% der Güter der Bremer Speditionsfirmen werden über die bremischen Häfen abgewickelt, weitere gute 35% über Hamburg. Über Rotterdam gehen 15% und über Antwerpen rund 10% der Sendungen.

Spediteure befürchten »echten Wettbewerbsnachteil« für bremische Häfen

Sorgen bereitet den Spediteuren die Straßeninfrastruktur in Bremen und im Umland. Oestreich warnt: »Wenn die Lesumbrücke für den Schwerlastverkehr gesperrt wird, ist Bremerhaven als zweitgrößter Hafen Deutschlands nur noch über die Landstraße erreichbar«. Daher müssten unverzüglich die Planungen für einen Ersatzbau begonnen werden und »zugleich alles dafür getan werden, dass die alte Brücke hält, bis die neue steht.«

Die Fertigstellung der A 281 lässt immer noch auf sich warten. Der Autobahnringschluss ist nun für Ende 2024 angekündigt. Die Ungeduld unter den Spediteuren wächst. Die meisten befürchten einen echten Wettbewerbsnachteil für die bremischen Häfen. Schon heute würden Güter aufgrund der Straßenverhältnisse in Bremen und umzu über andere Häfen geleitet.

Ein weiterer Wettbewerbsnachteil sind die deutschen Regelungen zur Einfuhrumsatzsteuer, die in Deutschland immer bezahlt werden muss, während sie in den Niederlanden und Belgien im Rahmen der Umsatzsteuervorausanmeldung liquiditätsneutral verrechnet werden können. Die Finanz- und Verkehrsminister der Länder streben mittlerweile aber auch für Deutschland ein besseres Modell in Sachen Einfuhrumsatzsteuer an.

Service der Containerlinienreedereien »lässt sehr zu wünschen übrig«

Gar nicht einverstanden zeigen sich die Spediteure mit dem Service der großen Containerlinienreedereien. Sowohl die Verfügbarkeit von Leercontainern als auch die Erreichbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern sowie die gesamte Administration ließen sehr zu wünschen übrig. Oestreich kann diesem Umstand aber auch etwas Gutes abgewinnen: »Die deutsche verladene Wirtschaft, die Importeure brauchen mehr denn je uns Spediteure, um ihre Waren zu ihren Kunden, zum Markt zu bringen.«

Die Bremer Spediteure haben bis dato keine nennenswerten Umsatzeinbußen durch die Start-ups der Digitalisierungswelle erlitten. Sie sind kurz- und mittelfristig zuversichtlich, dass dies auch so bleiben wird. Laut Oestreich nehmen die Bremer Spediteure die Entwicklung hinsichtlich der Digitalisierung jedoch sehr ernst und investieren in die Zukunftsfähigkeit ihrer IT Systeme. Dies gepaart mit der ausgewiesenen fachlichen Expertise stimmt die Firmen zuversichtlich, auch in Zukunft sich im Wettbewerb mit den Start-Ups behaupten zu können.

Vollbeschäftigung bei Speditionskaufleuten

Oestreich betont, die Spediteure seien auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Im August letzten Jahres haben 272 Auszubildende eine Ausbildung zum Speditionskaufmann / Speditionskauffrau begonnen. Das Bremer Speditions- und Logistikgewerbe kommt damit auf eine Ausbildungsquote von 18%. Trotzdem hätten die Speditionen in Bremen Schwierigkeiten, im ausreichenden Umfang Facharbeitskräfte zu finden. Es herrsche bei den Speditionskaufleuten Vollbeschäftigung.

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