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Die belgische Region Flandern und die Niederlande wollen ihre grenzüberschreitende Kooperation ausbauen. Ausgangspunkt einer neuen Studie soll der »North Sea Port« sein.

Der North Sea Port umfasst die niederländischen Häfen Vlissingen, Borssele und Terneuzen sowie das belgische Gent. Ende 2017 wurde die Fusion zu einem Standort vollzogen. Der Fokus legt vor allem auf der europäischen Küstenschifffahrt sowie auch auf dem transatlantischen Warenfluss.

Terneuzen ist Teil des Hafenverbunds North Sea Port. Dazu zählen auch Vlissingen und Borssele am anderen Ufer der Schelde sowie Gent in Landesinneren
Terneuzen ist Teil des Hafenverbunds North Sea Port. Dazu zählen auch Vlissingen und Borssele am anderen Ufer der Schelde sowie Gent in Landesinneren. © North Sea Port

Nun soll eine mögliche Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ausgelotet werden. Zu diesem Zweck haben der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois und der niederländische Staatssekretär Raymond Knops ein neues Projekt gestartet. Es zielt darauf ab, Wege zu finden, wie Verfahren und Vorschriften besser koordiniert werden können und wird aus zwei Teilen bestehen: Es sollen Lösungen für widersprüchliche Gesetze gefunden werden, inklusive einer Prüfung, wie Planungs- und Genehmigungsvorschriften gegenseitig angepasst werden können, damit grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte schneller durchgeführt werden können.

Zudem zielt das Projekt auch darauf ab, konkrete grenzüberschreitende Engpässe im Nordseehafen zu identifizieren. Die Idee ist, dass maßgeschneiderte Lösungen hier zu einer Verbesserung der grenzüberschreitenden Infrastruktur führen und die Arbeit über die Landesgrenzen hinweg erleichtern werden.

Der Großteil des RoRo-Umschlags am North Sea Port geschieht in Vlissingen
Der Großteil des RoRo-Umschlags am North Sea Port geschieht in Vlissingen. Foto: North Sea Port

»Für den North Sea Port bietet diese Initiative Möglichkeiten in Bezug auf den Transport von Schiffsabfällen, Emissionen und grenzüberschreitende Beschäftigung. Darüber hinaus wird die Beseitigung grenzüberschreitender Hindernisse es ermöglichen, die Verkehrsverlagerung im Nordseehafen weiterzuentwickeln. Dann wird es einfacher, Waren per Schiff, Bahn oder Pipeline zu transportieren«, teilte der Hafenbertreiber mit.

Der Hafen hatte zuletzt die Bilanz für 2018 vorgelegt. Demnach konnte im zweiten Jahr in Folge ein Rekord verzeichnet werden. 2018 gingen insgesamt 70,3 Mio. t per Seeschiff (+5,5 %) und Binnenschiff 58 Mio. t (+2,5 %) über die Kaikanten. Zu den 128,3 Mio. t kommen noch 10 bis 12 Mio. t, die per Pipeline transportiert werden.

Die Ergebnisse der Studie sollen »voraussichtlich« bis zum Sommer 2020 veröffentlicht werden. Das Projekt wird als »das erste seiner Art in Europa« beschrieben und ist das Ergebnis des flämisch-niederländischen Gipfels vom 5. November 2018 in Middelburg. Auf dem Gipfel traf der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois sowohl mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte als auch mit dem niederländischen Staatssekretär für Inneres, Raymond Knops, zusammen, um die Partnerschaft zwischen ihren Ländern im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu stärken.