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Die Elsflether Werft AG hat eine überarbeitete Projektplanung sowie eine Neukalkulation für die »Gorch Fock« vorgelegt. Bis September 2020 könnte die Sanierung beendet werden.

Auch die vom Bundesverteidigungsministerium vorgegebene Kostengrenze können eingehalten werden, versichert die neue Werftleitung in Elsfleth. Gemäß der vereinbarten Open-Book-Struktur werde der Marine als Auftraggeber Einblick in alle Details der Kalkulation und der Terminplanung eingeräumt, heißt es.

»Die Belegschaft der Elsflether Werft ist hoch motiviert, diese schiffbauliche Aufgabe fortzuführen«, sagt Axel Birk, Vorstand der Elsflether Werft. Aktuell sei das Ziel, den geplanten Termin für das Ausdocken des Rumpfes bei der Bredo-Werft in Bremerhaven einzuhalten. Dafür war der 21. Juni gesetzt worden.

Nun muss die Marine respektive das Bundesverteidigungsministerium entscheiden, ob die Arbeiten tatsöchlich fortgesetzt werden. »Wir hoffen auf einen positiven Beschluss«, so Aufsichtsratschef Pieter Wasmuth.

Die 2016 begonnene Sanierung des Segelschulschiffes »Gorch Fock« hat sich zu einem Skandal ausgeweitet. Die Kosten waren von ursprünglich angenommenen 10 Mio. € auf 135 Mio. € geradezu explodiert. Gegen die ehemalige Werftleitung und einen Mitarbeiter des Marinearsenals ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue. Auch das Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen musste sich heftige Vorwürfe gefallen lassen, weil Probleme offenbar lange verschwiegen und mögliche Alternativen zur Sanierung oder zur Deckelung der Kosten nicht geprüft worden waren.

Zuletzt hatte die Bredo-Werft als Unterauftragnehmer damit gedroht, die »Gorch Fock« als Pfand zu nehmen, bis ausstehende Rechnungen beglichen sind. Sie beklagt Außenstände in Höhe von 4,3 Mio. €. Unklar ist, wer dafür aufkommen soll.

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