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Der Antriebs- und zunehmend auch Automationsspezialist ABB will am potenziell wachsenden Markt für die arktische Schifffahrt partizipieren.

Jüngster Schritt dafür ist der Aufbau eines neuen Marine Service Center für eisegehende Schiffe im russischen arktischen Schifffahrtshub Murmansk. Auf diese Weise sollen die Service-Kapazitäten ausgebaut werden, teilte ABB heute mit.

»Das neue Marine Service Center baut auf einem Jahrzehnt lokaler ABB-Dienstleistungen zur Unterstützung von Eisschiffen auf und stützt sich auf einen starken Kern an technischer Expertise in Murmansk«, so das Statement zur Eröffnung des Centers.

Foto: ABB

Der Konzern hat ein ausgeprägtes Wachstum in der Region beobachtet, der Hauptgrund für den den Aufbau der neuen Einheit. So hätten im Jahr 2009 unerstützten die Ingenieure von ABB von kleineren Serviceeinrichtungen in Murmansk 15 Schiffe bedient – in diesem Jahr wurde bereits die Zahl von 50 Schiffen übertroffen, wobei die Projekte mehr als 100 Azipod-Antriebe betrafen.

Das neue Zentrum befindet sich in Murmansk, der größten Stadt der Welt oberhalb des Polarkreises, und umfasst 2.000 m² Fläche in einem eigens dafür errichteten Gebäude mit Büros, elektrischen und mechanischen Testbereichen und einer Werkstatt, die von Brückenkranen bedient wird. Das Zentrum verfügt auch über ein Lager für Azipod-Antriebe und elektrische Ersatzteile, um kürzere Lieferzeiten zu gewährleisten.

»Mit anfänglich 20 Mitarbeitern, darunter 12 lokale Außendiensttechniker, ist das neue Marine Center gut positioniert, um den Bedürfnissen unserer wachsenden Kundenbasis gerecht zu werden, ebenso wie einem zusätzlichen Pool von Servicetechnikern auf der Insel Sachalin im Fernen Osten Russlands«, sagte Sergey Shevchuk, Local Business Manager, ABB Marine & Ports Russia.

Das neue Zentrum soll den Reedern bzw. Partnern im ABB-eigenen »Collaborative Operations Netzwerks« russische Sprachunterstützung bieten. Sieben dieser Zentren sind mit Bordsensoren verbunden, um die Ausrüstung an Bord zu überwachen und die vorbeugende Fernwartung zu unterstützen.

Ein Azipod für ein Kreuzfahrtschiff (Foto: ABB)

Die Technologien von ABB werden dem Unternehmen zufolge häufig für Schiffe eingesetzt, die auf der Nordostpassage eingesetzt werden, der im Zuge der globalen Erwärmung großes Potenzial bescheinigt wird und die Russlands Präsident Wladimir Putin schon als künftige Hauptroute bezeichnet hat. So wurden elektrische Azipod-Antriebssysteme an über 80 Eisbrecher oder Eisschiffe mit einer kombinierten Antriebsleistung von bis zu 45 MW geliefert. Der Eisbrecherantrieb von ABB ist in der Lage, 2,1 m dickes Eis zu brechen, wodurch die herkömmliche Unterstützung durch den Eisbrecher entfallen kann und es den Schiffen ermöglicht wird, den Arktischen Seeweg selbständig zu durchqueren.