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Der historische Lotsenschoner »No. 5 Elbe« ist nach der Kollision mit einem Containerschiff auf der Elbe schwer beschädigt worden und gesunken. Mehrere Personen an Bord wurden leicht verletzt.

Das Schiff war am Sonnabend auf einer Gästefahrt mit 43 Passagieren unterwegs. Am Mittag stieß es auf Höhe Stadersand mit dem 142 m langen Containerschiff »Astrosprinter« (809 TEU) zusammen, das in Richtung Nordsee unterwegs war.

Glück im Unglück: DLRG und Feuerwehr waren vor Ort, weil sie kurz vorher zu einem anderen Einsatz gerufen worden waren. Sie brachten die Passagiere an Land. Die »No. 5 Elbe« wurde noch während des Sinkens abgeschleppt und liegt seither im Mündungsbereich des Flusses Schwinge auf Grund. Es wurde mit Stahlseilen gesichert, um eine weiteres Absinken zu verhindern.

Die gut zwölf Jahre alte, in China gebaute »Astrosprinter« (9.500 tdw, Flagge: Zypern) der deutschen Reederei Astromare Bereederungs GmbH hat durch die Kollision den Angaben zufolge kaum Schäden davongetragen. Sie fuhr zunächst bis Brunsbüttel weiter, dort ging die Polizei an Bord, um den Unfallhergang zu ermitteln.

No. 5 Elbe
© Stiftung Maritim

Der 37 m lange Gaffelschoner ist Hamburgs letztes verbliebenes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus. Er lief 1883 auf der Werft von H.C. Stülcken auf Steinwerder vom Stapel und diente mehrere Jahrzehnte dazu, Lotsen in der Nordsee zu versetzen. Nach der Außerdienststellung wurde die »No. 5 Elbe« in den 1920er-Jahren in die USA verkauft. 2002 erwarb die Stiftung Hamburg Maritim das Schiff in Seattle und brachte es wieder zurück nach Hamburg.

Zuletzt war es für rund 1,5 Mio. € über acht Monate hinweg in einer dänischen Werft saniert worden und war erst Ende Mai nach Hamburg zurückgekehrt. Nun müssen die Eigner klären, wie und wann das Schiff geborgen werden soll.