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Acht Jahre nach der Auftragsvergabe wird die erste von vier Fregatten der neuen Klasse F125 offiziell in Dienst gestellt. Das Projekt leidet unter Mängeln und Verzögerungen.

Am kommenden Montag ist es soweit: Dann wird in Wilhelmshaven die erste von insgesamt vier Fregatten der Klasse F125, die »Baden-Württemberg«, offiziell in Dienst gestellt. Als einen »Meilenstein« in ihrer Geschichte kündigte die Deutsche Marine das Ereignis an. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (60) hat sich dafür angekündigt.

»Die Freude ist sehr groß, allen voran bei den Erstbesatzungen«, sagt Flottillenadmiral Ralf Kuchler (49). Sie hätten in den letzten Jahren enorm viel Energie und Arbeit aufgewendet, um diese neue Schiffsklasse in Fahrt zu bringen.

2007 vom Bundestag genehmigt, war 2011 mit dem Bau der ersten Fregatte begonnen worden. Tatsächlich war das Projekt von zahlreichen Problemen begleitet, die Abnahme hatte sich mehrmals verzögert. Letztlich weigerte sich die Marine zunächst sogar, die Fregatte abzunehmen.

Wegen der Mängel und der Lieferverzögerung wurde der Kaufpreis, der zwischenzeitlich von ursprünglich 2,6 Mrd. € auf mehr als 3 Mrd. € angestiegen war, reduziert. Offenbar konnten nicht alle Mängel der Fregatte beseitigt werden, die Marine musste letztlich Abstriche hinnehmen. Dem Vernehmen nach wurde unter anderem das vereinbarte Gewicht überschritten.

Dabei sollte der neue Schiffstyp für die Marine ein Schritt in die Moderne werden. Für die F125 ist ein Mehrbesatzungskonzept vorgesehen und eine Einsatzzeit von bis zu zwei Jahren ohne Werftaufenthalt. Durch Automatisierung soll die Besatzungsstärke gegenüber den älteren Fregatten um etwa die Hälfte auf nur noch 120 Mann sinken.