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Nahe der Straße von Hormuz sind zwei Tanker beschädigt worden, hinter mindestens einem Fall wird ein Angriff vermutet. Betroffen sind ein Schiff von Bernhard Schulte und ein Tanker der Reederei Frontline.

Zwei Öltanker haben in der Nähe des Bunker-Hubs Fujairah im Golf von Oman Beschädigungen erlitten. So wurde die »Front Altair« der Reederei Frontline, die 75.000 t Naphta geladen hatte, so schwer beschädigt, dass ein Feuer ausbrach und die Crew zum Verlassen des Schiffs gezwungen war. Der Aframax-Tanker (Bj. 2016) misst 251.84m × 44m und fährt unter der Flagge der Marshall Islands.

In verschiedenen Medien ist von »Torpedoangriffen« die Rede, noch ist die Lage aber unklar. Mittlerweile soll die »Front Altair« der iranischen Nachrichtenagentur IRNA zufolge gesunken sein, die norwegische Reederei wiederum dementierte dies. Frontline bestätigte lediglich, dass das Schiff beschädigt ist und brennt. Tatsächlich sendet das Schiff derzeit noch ein AIS-Signal.

Die norwegische Schiffahrtsbehörde spricht von drei Detonationen an Bord des Schiffes. Die Besatzung sei von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet worden, und es seien keine Verletzungen gemeldet worden. Auch wenn die Hintergründe derzeit nicht geklärt seien, rät die norwegische Behörde »allen Schiffen, einen sicheren Abstand zu den iranischen Gewässern einzuhalten«.

Bei dem zweiten Schiff handelt es sich um die »Kokuka Courageous« im Management von Bernhard Schulte. Der Tanker war einer Meldung auf der Website des Unternehmens zufolge mit einer Ladung Methanol auf dem Weg von Al Jabil nach Singapur. Durch den mutmaßlichen Angriff sei der Rumpf an Steuerbord über der Wasserlinie beschädigt worden, im Maschinenraum habe es ein Feuer gegeben. Die 21-köpfige Crew sei von Bord gegangen und von der in der Nähe befindlichen »Coastal Ace« aufgenommen worden. Ein Besatzungsmitglied der »Kokuka Courageous« wurde bei dem Vorfall leicht verletzt.

Die »Kokuka Courageous«, ein Produktentanker von 170 m Länge und 27 m Breite (Bj. 2010, Flagge: Panama), bleibe in der Gegend und sei nicht in Gefahr zu sinken, heißt es. Die Ladung mit Methanol sei nicht getroffen worden. Das Schiff liegt etwa 70 Seemeilen von Fujairah und etwa 14 Seemeilen von der iranischen Küste entfernt.

»Die oberste Priorität von BSM ist das Wohlbefinden der 21 Besatzungsmitglieder an Bord unseres verwalteten Schiffes. Die ›Coastal Ace‹ befindet sich in der Nähe in sicherer Entfernung von der ›Kokuka Courageous‹«, so BSM.

Straße von Hormuz UKMTO
Koordiniert werden die Ermittlungen vor Ort auch von der UKMTO der britischen Marine, die die Sicherheitslage in der Region beobachtet, zudem sind Schiffe der 5. US-Flotte in der Region (Quelle: UKMTO)

Erst vor vier Wochen waren vor Fujairah vier Tanker bei mutmaßlichen Angriffen beschädigt worden. Betroffen waren auch zwei saudische Schiffe, die USA hatten daraufhin den Iran hinter den Sabotageakten vermutet.