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Die dänische RoRo- und RoPax-Reederei DFDS setzt sich ambitionierte Ziele. Bis 2023 soll das operative Geschäft um 50% wachsen. Auch Übernahmen werden ein Mittel sein.

Anlässlich des heutigen »Capital Markets Day« hat DFDS einen neuen 5-Jahres-Plan veröffentlicht. Die mehr oder minder konkreten Ziele umfassen die Neu-Entwicklung von Lösungen für ausgewählte Branchen, die Digitalisierung von Diensten zur Beschleunigung des Wachstums, der Auf- und Ausbau der Fähr- und Logistiknetze und die Schaffung von Mehrwert für die Passagiere.

Diese vier »strategischen Säulen« sollen neben dem Marktwachstum die wichtigsten Wachstumstreiber sein. Ein Grund für die eigenen Pläne sei die Lage im Gesamtmarkt, der durch die Brexit-Verunsicherung und eine Verlangsamung der Produktion in und um Europa beeinträchtigt sei.

DFDS, Smedegaard, Carlsen
Niels Smedegaard (re). und Torben Carlsen (© DFDS)

»Unser finanzielles Ziel ist es, im Jahr 2023 ein EBITDA von rund 5,5 Mrd. DKK zu erreichen (Anm. d. Red.: umgerechnet rund 736 Mi. €), verglichen mit 3,6 Mrd. DKK im Jahr 2018. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Erreichung der finanziellen Ziele wird auf etwa 10% geschätzt«, heißt es in dem Statement. Man wolle mehr als das moderate Marktwachstum erreichen, sagte der neue CEO Torben Carlsen, der kürzlich den langjährigen Chef Niels Smedegaard abgelöst hatte.

Übernahmen im Fährgeschäft geplant

In Bezug auf »ausgewählte Branchen« sprechen die Verantwortlichen von einer weiteren Spezialisierung für zunächst Automobil-, Forst- und Metall- sowie Kühlkettenkunden. Dieses Wachstum soll voraussichtlich durch gezielte Akquisitionen erfolgen.  Sowohl im externen Kundenkontakt als auch im internen Netz sollen digitale Lösungen die Effizienz erhöhen. Im originären Fährgeschäft sollen zunächst die langfristigen Ziele der neuen Geschäftseinheit im Mittelmeer erreicht werden. Allerdings werden auch für dieses Segment Zukäufe und Übernahmen explizit als Mittel für Skaleneffekte genannt.

Werden die Ziele erreicht, sei eine Steigerung des EBITDA um 1,9 Mrd. DKK von 3,6 Mrd. DKK im Jahr 2018 auf 5,5 Mrd. DKK im Jahr 2023 impliziert. Der Anstieg soll zu einem Drittel aus organischem Wachstum, zu einem Drittel aus der Erreichung der Businessplanziele für die Geschäftseinheit Mittelmeer und zu einem Drittel aus Akquisitionen stammen.

Die Netto-Investitionen, d.h. ohne Übernahmen, werden für den Zeitraum 2020-2023 voraussichtlich rund 5 Mrd. DKK betragen. Dazu gehört die Ablieferung von drei RoRo- und zwei RoPax-Neubauten. Das minimale ROIC-Ziel für die operative Performance und die Investitionen wird von 10% auf 8% geändert. Das finanzielle Ziel für 2023 entspricht einem ROIC von 13-14%.

Im ersten Quartal hatte DFDS allerdings einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Zwar konnten Umsatz und EBITDA gesteigert werden: um 11% auf 3,9 Mrd. DKK (530 Mio. €) beziehungsweise um 13% auf 677 Mio. DKK (91 Mio. €). Begründet wird das Wachstum vor allem mit den neuen Aktivitäten im Mittelmeer, einem guten Nordsee-Geschäft sowie dem erwarteten »Brexit«, der zu einem Aufbau der Lagerbestände in Großbritannien führe. Im Ostsee-Geschäft gab es allerdings Rückgänge, für die vor allem länger als erwartete Dockungen und nicht weiter definierte Einmaleffekte verantwortlich gemacht wurden. Unter dem Strich musste das Management einen deutlichen Rückgang des Vorsteuergewinns um 22,3% auf 159 Mio. DKK (21,3 Mio. €) verbuchen.