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Die Charterraten für Panamaxe halten nach einem plötzlichem Anstieg der Nachfrage auf 10.000 $/Tag in Asien zu.

Für konventionelle Panamax-Containerschiffe haben die Charterraten vergangene Woche kräftig angezogen. Mehrere Schiffe fanden neue Beschäftigung oder verlängerten ihre Einsätze bei bestehenden Charterern zu Mieten im oberen 9.000-Dollar-Bereich, nachdem das Marktniveau in der ersten Junihälfte auf unter 9.000 $/Tag gesunken war.

Die Nachfrage nach Panamax-Schiffen war bereits in der Vorwoche merklich angestiegen. Ab Mitte vergangener Woche setzte Maklern zufolge eine erneute Welle von Anfragen seitens der Linien ein. Resultat: Rund ein halbes Dutzend Schiffe verschwand binnen 1-2 Tagen aus dem Markt, und zwar offenbar ausschließlich in Asien.

Einen Höhepunkt markierte der Charterabschluss für das 4.600-TEU-Schiff »Bernhard Schulte« (Daewoo 4600, Bj. 2010) durch den chinesischen Carrier Cosco. Der Frachter bekommt übereinstimmenden Berichten zufolge eine Tagesrate von 9.700 $/Tag »netto« – d.h. ohne Adresskommission für die Befrachterseite – für 70 bis 150 Tage.

Auch Maersk und CMA CGM waren aktiv: Die Dänen nahmen Maklern zufolge das 4.300-TEU-Schiff »Bomar Milione« (Bj. 2008) für 9-12 Monate zu 9.500 $/Tag. Außerdem verlängerten sie einige 5.000-TEU-Einheiten für mehrere Monate zu je rund 9.750 $/Tag. CMA CGM charterte die »Holsatia« (4.252 TEU, Bj. 2003) zu 9.400-9.500 $/Tag für eine Fernost-Australien-Rundreise bei der Tochtergesellschaft ANL ein.

Für die Reeder sei der Vorstoß völlig überraschend gekommen, »alle sind am Rätseln, wo diese Nachfrage auf einmal herkommt«, erklärte ein Hamburger Schiffsmakler. Durchaus möglich, dass die Linien verstärkt auf Panamaxe ausweichen, weil sie aktuell keine größeren Postpanamaxe mehr am Chartermarkt finden. Das Obersegment gilt nach monatelanger hoher Befrachtungsaktivität als »sold out«. Die Chancen stünden nun gut, dass die Raten in Asien bei den nächsten Abschlüssen diese Woche auf über 10.000 $/Tag ansteigen und damit einen neuen Jahreshöchststand erreichen, sagte ein anderer Makler.

Wenig Aktivität in kleineren Segmenten

In den unteren Größenklassen blieb die Aktivität hingegen sporadisch und ungenügend, um die Raten nach oben zu treiben. Die Aufliegerzahl bei den Feederschiffen war nach Zählung von Alphaliner zuletzt wieder angestiegen. Relativ stabil ist die Lage für die 2.700-TEU-Typen ohne Ladegeschirr, die sich bei kontinuierlicher Nachfrage in Asien bei rund 9.200 $/Tag (für Aker CS 2700-Typen) behaupten.

Für die 2.500er mit Ladegeschirr herrscht Berichten zufolge derzeit totale Flaute. Für Feederschiffe zwischen 1.000 und 2.000 TEU soll das Neugeschäft etwas angezogen haben. Jedoch stehen allein im 1.700er Bereich nach wie vor fast 30 Schiffe zur Neuvermietung in den kommenden zwei Wochen an, schätzt ein deutscher Makler. Folglich stehen die Raten nach wir vor unter Druck. Als leichten Rückgang gegenüber »last done« werten Experten den Charterabschluss des Wenchong-Typs »Bindi Ipsa« (1.815 TEU, gearless) zu 8.050 $/Tag bei Ocean Network Express (ONE). (mph)