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Trotz den wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten hält die Ratingagentur Moody’s an ihrem »stabilen« Ausblick für alle Sektoren der Schifffahrt fest.

2019 wird ein Jahr der wirtschaftlichen Erholung für die Schifffahrt. Von dieser Einschätzung weicht die Ratingagentur Moodys auch in ihrem jüngsten Branchenausblick »Shipping – Global« nicht ab.

Trotz der Verunsicherung an den Märkten infolge des Handelskriegs und der Gefahr einer offenen militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran prognostizieren die Analysten dieses Jahr weiterhin deutlich steigende Erträge in der Tankerfahrt, der Dry-Bulk- und auch in der Containerschifffahrt.

Beim durchschnittlichen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei im laufenden Jahr mit Verbesserungen von 16%-18% zu rechnen, so Moody’s. Dabei bezieht sich die Agentur auf 27 Reedereien in der eigenen Bewertung – darunter Maersk, Hapag-Lloyd, Sovcomflot, Navios und Teekay.

Mit solchen prognostizierten Zuwachsraten würde sich die Branche eigentlich eine »positive« Einstufung verdienen. Dass es offiziell bei der Bewertung »stabil« bleibt, begründet Moody’s eben mit den geopolitischen Spannungen sowie mit dem erwarteten Kostenschub bei Treibstoff infolge der abgesenkten Schwefelobergrenze (IMO 2020) ab Januar 2020.

Die Umstellung auf schwefelarme Treibstoffe muss noch in diesem Jahr beginnen, damit die Schiffe die neuen Vorschriften zum Jahreswechsel einhalten. Für Reedereien, die selbst als Carrier aktiv sind und Ladungen buchen, bestehe das Risiko, dass ihre Margen unter Druck kommen, wenn sie Kostensteigerungen nicht konsequent auf die Frachten umlegen, wie Moody‘s ausführt.

Dank dem gebremsten Flottenwachstum in allen Hauptsektoren der Schifffahrt tendierten die Tank-, Bulk- und Containerschifffahrt dieses Jahr aber auch bei nur moderatem Wirtschafts- und Handelswachstum hin zu einem Marktgleichgewicht. Ladungs- und Kapazitätswachstum lägen im Dry-Bulk- und im Containersegment etwa deckungsgleich bei 1% bzw. 2%-3%.

Im Basisszenario für den Tankersektor übersteige das Flottenwachstum mit +2% zwar den erwarteten Zuwachs des Öltransportvolumens von 1%, so Moody‘s. Die Reeder würden die effektive Kapazität aber durch Auflegen von Schiffen wirksam begrenzen. Zudem verlängerten sich die Transportwege, weil asiatische Importeure wegen der Iran-Sanktionen mehr Öl aus Westafrika und Nordamerika bezögen. Gleichzeitig wirke sich der Abzug der iranischen Tankerflotte aus den internationalen Verkehren kapazitätsmindernd aus, heißt es. (mph)