Tahir Lakhani will die Vereinigten Arabischen Emirate interessanter für Reedereien machen
Tahir Lakhani will die Vereinigten Arabischen Emirate interessanter für Reedereien machen. © UAESA
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Die UAE Shipping Association (UAESA) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will den Standort als Schifffahrtsknotenpunkt fördern und ausländische Investoren und Reeder anlocken.

Als die UAESA vor zwölf Jahren gegründet wurde, waren die Vereinigten Arabischen Emirate  nach Angaben ihres stellvertretenden Vorsitzenden Tahir Lakhani viel attraktiver für ausländische Unternehmen als für innländische. Als Grund führt er die fehlenden Möglichkeiten bei der Schiffsfinanzierung an.

»Wir versuchen, die Vereinigten Arabischen Emirate als Schifffahrtsknotenpunkt zu fördern, aber es gibt nicht viele Reeder hier«, sagt Lakhani. Es mangele an Mitteln, zudem würden die Menschen die Schiffsfinanzierung in diesem Teil der Welt nicht verstehen. Dies sei einer der Gründe, weshalb man vor dem Problem stünde, neue Reeder anzuziehen, die über die entsprechenden Mittel verfügten, um ihr Geschäft zu betreiben.

Lakhani sieht es als unbegreiflich an, wenn zwei Drittel der weltweiten Schiffstransporte auf dem Weg von Asien nach Europa durch den Nahen Osten führten, aber das lokale Bankinstitut nicht das Risiko wie in anderen Ländern eingehen wolle.

»Schiffseigentümer würden der Wirtschaft hier helfen«, so Lakhani. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ginge es aber hauptsächlich um Immobilien und Kleingewerbe.

»Es gibt viele Investoren und Banken in Norwegen und anderen europäischen Ländern, und wir möchten sie hierher einladen, wo sie Geschäfte machen und ihnen bei der Einrichtung ihrer Büros helfen«, ergänzt er.

Fast 60 Mrd. $ zirkulierten in der gesamten Schifffahrtsbranche, nur 0,5 Mrd. $ blieben jedoch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, weil es dort keine Schiffsbanken und Reedereien gebe. Deshalb sei es wichtig, das Bewusstsein dafür zu schärfen.

Lakhani sieht allerdings noch einige Herausforderungen bezüglich der Flagge des Landes. Das größte Problem sei, dass ein Schiff hier nicht länger als 21 Tage mit einer ausländischen Flagge fahren dürfe. Darüber hinaus benötige es eine Navigationslizenz, deren Ausstellung drei Monate in Anspruch nehme.

Öl- und Gasmarkt bietet Möglichkeiten

Man führe immer wieder Gespräche mit dem Verkehrsministerium, um von einer höheren Flexibilisierung zu überzeugen. Es gebe jedoch nur wenige Schiffe, zumeist Tanker, die hier gelistet seien, klagt Lakhani.

Dennoch sieht er viele Möglichkeiten, Geschäft in das Land zu bringen. Schließlich seien eine Reihe neuer Öl- und Gasprojekte im Bau.

»Wir arbeiten mit vielen Hedgefonds, schwedischen Investoren und norwegischen Investoren zusammen. Ihre Kenntnisse über diesen Markt sind viel besser als die in diesem Teil der Welt. Es wäre toll, wenn sie auch hier Büros eröffnen.«

In den kommenden Monaten würden viele Erweiterungen im Öl- und Gasmarkt anstehen, vor allem in Abu Dhabi und Kuwait, sagt Lakhani.