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Die maritime Wirtschaft in Hamburg freut sich, dass es nun endlich losgeht mit der Elbvertiefung. In der Opposition der Bürgerschaft gibt man sich jedoch nicht zufrieden und spart nicht mit Kritik und weiteren Forderungen.

Prinzipiell ist man auch bei CDU und FDP mit dem Baggerstart zufrieden. Die Verantwortlichen lassen die Gelegenheit zu Kritik aber nicht verstreichen. »Es ist gut, dass die Arbeiten zur Begegnungsbox nun endlich beginnen. Der Hamburger Hafen braucht die Beseitigung dieses Nadelöhrs dringender denn je. Wichtiger als Kaffeekränzchen des zuständigen Bundesministers auf der Elbe wären konkrete weitere Maßnahmen für die Stärkung des Hafens«, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Kruse.

Michael Kruse (Foto: FDP)

Mit der Vertiefung und Verbreiterung des Flusses würden auch die zu baggernden Schlickmengen ansteigen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer müsse den Weg frei machen für eine ganzheitliche Baggerstrategie von Hamburg und dem Bund. »Insbesondere muss die Blockadehaltung des Bundes aufhören, wonach Hamburg Schlick innerhalb des Flusses nur auf dem eigenen Gebiet verbringen darf. Dadurch entsteht ein jährlicher Schaden in zweistelliger Millionenhöhe bei Land und Bund. Dieses Bagger-Desaster muss dringend beendet werden«, so Kruse weiter.

Ralf Niedmers, hafenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, machte deutlich, dass man zwar erleichtert sei: »Das ist zweifelsohne eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die Hafenwirtschaft und ein bedeutendes Signal an die weltweite Schifffahrt, dass Hamburg auch zukünftig eine starke Handelsmetropole bleiben wird.« Die geplanten Tiefgänge bis 14,50 m sowie eine stellenweise Elb-Verbreiterung seien dafür entscheidend, da jedes Jahr immer mehr größere Schiffe nach Hamburg kommen und viele bereits heute den Hafen nicht mehr vollbeladen anfahren können.

Gleichzeitig kritisierte er: »Die so wichtige Fahrrinnenanpassung hätte deutlich früher kommen können und müssen. Zahlreiche handwerkliche Fehler des rot-grünen Senats im Verfahren wären vermeidbar gewesen. Die wirtschaftlichen Folgen machen sich schon heute deutlich bemerkbar. Umso wichtiger ist es, dass die Arbeiten zur langersehnten Fahrrinnenanpassung nun unverzüglich und ohne weitere Unterbrechungen durchgeführt werden. Um solchen Verzögerungen bei anderen Großprojekten zukünftig vorzubeugen, muss der rot-grüne Senat seine Fehler konsequent aufarbeiten.« Darüber hinaus sollte seiner Ansicht nach das Verbandsklagerecht in seiner jetzigen Form zügig reformiert, eingeschränkt und auf Ausgleichsmaßnahmen beschränkt werden. »Einen solchen Fauxpas kann sich der Wirtschaftsstandort Hamburg kein zweites Mal leisten.«

Schiffsmakler fordern Personal

Alexander Geisler (Foto: ZVDS)

Sehr erfreut über den Baustart zeigte sich auch der Geschäftsführer des Verbands Hamburger und Bremer Schiffsmakler, Alexander Geisler. Allerdings sieht auch er weiterhin Handlungsbedarf: »Wir freuen uns wirklich sehr, dass es nunmehr endlich mit diesem für Hamburg, aber auch für die gesamte deutsche Volkswirtschaft, so wichtigem Projekt vorangeht. Nach dem jahrelangen Tauziehen wünschen sich unsere Mitglieder, die Vertreter der ausländischen Reedereien, die zugleich die wesentlichen Kunden des Hafens sind, nichts mehr als eine zügige Realisierung dieses lang versprochenen Projektes. Wir appellieren daher an die Bundes- und Landesverwaltungen die dafür notwendigen technischen wie personellen Ressourcen bereit zu stellen.«