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Tractebel, Jan de Nul Group, DEME, Soltech und die Universität Gent haben ein Projekt begonnen, bei dem sie schwimmende Solartechnologie in Küstengewässern entwickeln wollen.

Die Partner sind davon überzeugt, dass schwimmende Solarzellen in küstennahen Gewässern eine der künftigen »grünen« Energiequellen sind. In Kombination mit Aquakultur und Offshore-Windenergie am gleichen Standort ermögliche diese innovative Technologie eine effizientere Nutzung des verfügbaren Raumes, so die Unternehmen.

Weil die Kosten für die Produktion der Solar-Photovoltaik-Module weiter sinken, sieht das Quintett schwimmende Solarzellen in Küstengewässern als logischen nächsten Entwicklungsschritt an, nachdem solch eine Technik bereits auf Seen und Dämmen angewendet wird, um umweltfreundliche Energie zu gewinnen.

Um die Solartechnologie in eine raue Offshore-Umgebung zu bringen, müssten die vorhandenen Solar-Module so angepasst werden, dass sie salzhaltigem Wasser, starken Strömungen und Wellen widerstehen könnten, heißt es. Darüber hinaus sollte ein kostengünstiges Konzept für die Schwimmkörperstruktur erarbeitet werden. Ferner werde von Anfang an untersucht, inwiefern sich die schwimmenden Solarzellen in das Ökosystem integrieren ließen, um die Auswirkungen so weit wie möglich zu reduzieren, so die Partner.

Das Konsortium bündelt alle erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, um dieses innovative Projekt zum Erfolg zu führen. Während Tractebel über Ingenieurskompetenzen sowohl in der Photovoltaik-Technologie als auch in der Offshore-Technologie verfügt, haben DEME und die Jan De Nul Group Erfahrung im Schiffsbetrieb und sind an zahlreichen Entwicklungen und Installationen von Windparks beteiligt. Soltech ist ein Experte für spezialisierte Solar-Photovoltaik-Module und die Universität Gent ist ein Wissenszentrum für Offshore-Technik, Aquakultur und Ökosystemforschung.

Das Konsortium unter der Leitung von Tractebel wurde im Rahmen des Flemish Blue Cluster gegründet und wird von der belgischen Agentur für Innovation und Unternehmertum (VLAIO) unterstützt. Für das Projekt werden rund 2 Mio. € bereitgestellt. Mit diesen Mitteln will das Konsortium neue Konzepte entwickeln und Forschungs- und Feldversuche durchführen, um die ersten Schritte zur Kommerzialisierung der Technologie zu unternehmen.

Ein weiteres Ziel sei es, die ersten Offshore-Solarparks in der belgischen Nordsee zu realisieren – eventuell in Kombination mit Windparks oder Aquakultur.