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Es geht in die nächste Runde: Für den Offshore-Windanlagen-Hersteller Senvion in Bremerhaven konnte kein Käufer gefunden werden. Die Gewerkschaft fordert, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.

Die Belegschaft wurde gestern informiert, dass es zwar durchaus Interessenten für den kriselnden Hersteller gibt, der im Bremerhavener Komponenten für Offshore-Windparks fertig. Allerdings wollte keiner das Unternehmen als Ganzes kaufen. Deswegen wird nun der Verkauf von einzelnen Unternehmensteilen angestrebt.

Die Gewerkschaft IG Metall spricht von einer »sich zuspitzenden Situation« und stellt Forderungen. »Der Verkauf des Unternehmens als Ganzes ist gescheitert. Dadurch drohen hunderte Entlassungen und die Schließung von Standorten. Das ist auf den Mitarbeiterversammlungen deutlich geworden«, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. »Nun geht es darum, möglichst viele Arbeitsplätze sowie tarifliche Arbeitsbedingungen bei einem Verkauf des Service-Geschäfts zu sichern. Dazu erwarten wir konkrete Vereinbarungen mit der Insolvenzverwaltung sowie Zusagen von möglichen Erwerbern«, so der Gewerkschafter.

Foto: Hero Lang

Gefertigt werden unter anderem Gondeln für den Offshore-Windpark der Trianel-Gruppe. Auf dem Foto im Vordergrund sind einige Gondeln von Adwen, links für den Ostsee-Windpark »Wikinger« zu sehen, daneben das Getriebe mit Turbine von »Alpha Ventus« ohne Maschinenhaus, dann eine Ersatz-Gondel des Nordsee-Windpark »Trianel Borkum West 2«. Auf der Senvion-Fläche stehen die Gondelhüllen im Vordergrund und die fertigen Turbinen auf der Vorstaufläche zur Verladung – nach Eemshaven. Die Gondeln für Trianel II dürften der vorerst letzte Auftrag sein.

Die IG Metall Küste begrüße, dass der Weiterbetrieb sowie die Bezahlung aller Mitarbeiter für den September gesichert ist. »Das gibt der Insolvenzverwaltung sowie allen anderen Beteiligten etwas mehr Zeit, einen geordneten Übergang zu organisieren. Wir setzen auf die Einrichtung von Transfergesellschaften, mit denen die Beschäftigten, die nicht übernommen werden, für neue Aufgaben in anderen Unternehmen qualifiziert werden. So lassen sich Fachkräfte in der Windbranche und den jeweiligen Regionen halten«, erklärte Geiken.

Am 10. September soll über die Angebote für einzelne Senvion-Teile von den Gläubigern verhandelt werden. Im Frühjahr hatte der Hersteller eine Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Für Trianel 2 war man Generalunternehmer, allerdings führten auch zeitliche Verzögerungen zu Problemen und Vertragsstrafen.

IG Metall und Betriebsräte sind den Angaben zufolge seit Anfang August in Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen mit der Eigenverwaltung. Außerdem laufen Gespräche mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.