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Zwei selbstentladende Bulker werden die ersten ihrer Art sein, auf denen ABBs elektrischer Antrieb Azipod installiert wird. Beide Schiffe, die 2021 von der Chengxi-Werft in China an Oldendorff Carriers geliefert werden sollen, erhalten eine komplette Antriebslösung von ABB.

Jedes 21.500 DWT-Schiff wird mit zwei 1,9 MW Azipod-Einheiten ausgestattet. ABB wird auch eine breite Palette von elektrischen, digitalen und vernetzten Lösungen liefern, darunter eine diesel-elektrische Hauptatriebseinheit, Generatoren, Bugstrahlrudermotoren, Transformatoren, Schalttafeln und das Energiemanagementsystem für Antrieb und Umschlag.

»Die Wahl des elektrischen Antriebssystems Azipod hat die Investitionskosten drastisch reduziert, da die Schiffe bereits über eine hohe Stromerzeugungskapazität verfügen, die für das Selbstentladen/Beladen erforderlich ist«, sagt Jan Henneberg, Neubaumanager, Oldendorff Carriers. »Diese Shuttle-Schiffe müssen über einen längeren Zeitraum zuverlässig und mit maximaler Effizienz arbeiten und besonders in flachen Gewässern manövrierfähig sein.«

Bulk-Schifffahrt als unwahrscheinlicher Azipod-Markt

Das Azipod-Antriebssystem, bei dem sich der elektrische Antriebsmotor in einer versenkten Gondel außerhalb des Schiffsrumpfes befindet, kann sich um 360 Grad drehen. Laut ABB verbessert das die Manövrierfähigkeit und die Betriebseffizienz und hilft, den Laderaum an Bord zu maximieren.

ABB Azipod
ABB Azipod (Quelle: ABB)

»Dies ist ein bedeutender Durchbruch für den Azipod-Antrieb, der einen Schiffstyp erreicht, von dem einige glaubten, dass er für den Pod-Antrieb immer verschlossen bleiben würde«, sagt Juha Koskela, Managing Director, ABB Marine & Ports.

Die Neubauten werden von der in Shanghai ansässigen CS Marine Design Company in Zusammenarbeit mit Oldendorff Carriers entwickelt. Die Selbstladeschiffe werden in der Lage sein, die Ladung mit Hilfe eines eingebauten Fördersystems zu entladen, ohne dass die Unterstützung durch Landausrüstung oder Personal erforderlich ist.

Überwachung und Support von Land

Nach Ablieferung werden die Neubauten zu den über 1.000 Schiffen gehören, die mit den weltweiten ABB Ability Collaborative Operation Centers verbunden sind, von denen aus ABB-Experten Bordsysteme überwachen und rund um die Uhr Fernunterstützung anbieten. Die Schiffe werden das ABB Ability Remote Diagnostic System nutzen, das eine sensorgesteuerte Onboard-Monitoring-Software einsetzt, die sich vollständig in die Analytik an Land integriert.

Oldendorff Carriers ist mit einer Flotte von rund 700 Schiffen Deutschlands größter Betreiber von Massengutschiffen. Rund 95 % der Oldendorff-eigenen Flotte bestehen nach Angaben der Reederei aus umweltfreundlichen Neubauten, die seit 2014 abgeliefert wurden und speziell auf niedrigen Kraftstoffverbrauch und reduzierten CO2-Ausstoß ausgelegt sind.