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Eine kleine Gruppe europäischer Staaten will im Rahmen der Migrationsbewegungen im Mittelmeer gemeinsam die Seenotrettung besser koordinieren. Die deutschen Reeder sehen darin jedoch nur einen ersten Schritt.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßte die jetzt gefundene politische Einigung der Regierungen von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta. Die Staaten haben einen Kompromiss für eine Übergangslösung zur Verteilung aus Seenot geretteter Migranten gefunden. So sollen die teils wochenlangen Odysseen der Flüchtlinge und Hilfsschiffe verhindert werden.

Anfang Oktober soll das gemeinsame Papier den Innenministern der anderen EU-Staaten vorgelegt und weitere Partner gefunden werden. Weitere Details der Einigung wurden bislang nicht bekannt.

LNG, Reeder, Ralf Nagel vom VDR (Foto: VDR)
Ralf Nagel vom VDR (Foto: VDR)

VDR-Geschäftsführer Ralf Nagel sagte laut einer Mitteilung: »Die Einigung ist auch für die deutsche Seeschifffahrt ein erstes, gutes Zeichen auf dem Weg zu einer langfristigen Lösung. Europa darf die zivilen Retter, aber insbesondere auch die Besatzungen von Handelsschiffen nicht allein lassen mit der Frage, wohin sie Bootsflüchtlinge bringen.« Die deutschen Reeder hoffen allerdings auf weitere Maßnahmen. Es bleibt zu hoffen, so Nagel weiter, dass in der Folge auch die derzeit äußerst reduzierte EU-Mission »Sophia« wieder voll aufgenommen wird mit Marineschiffen europäischer Staaten.

Weil einige EU-Länder wie Polen und Ungarn ein System zur gerechten Verteilung von aufgenommenen Migranten ablehnen, schwelt auf EU-Ebene seit längerer Zeit ein Streit über die Vorgehensweise. Im Ergebnis musste immer wieder in jedem Einzelfall geklärt werden, welches Land wie viele Migranten aus einem bestimmten Fall aufnimmt.

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