Print Friendly, PDF & Email

Mit der Ankunft eines Zuges in Polen beginnt ein neues Kapitel der chinesischen Initiative zur »Neuen Seidenstraße«. Am Containerterminal DCT Danzig ist die erste permanente Eisenbahnverbindung des Euro China Train in Betrieb gegangen.

Der Zug wird regelmäßig von Xi’an in China über das Inland-Terminal Adampol Małaszewicze zum DCT-Seecontainerterminal im Hafen von Gdańsk fahren. Die Fahrtzeit bis zum Terminal Małaszewicze, einem der größten Eisenbahnterminals von internationaler Bedeutung in Polen, beträgt neun bis zehn Tage.

Die Reisezeit von Małaszewicze nach Danzig beträgt nur ein bis zwei Tage, es soll möglich sein, den gesamten Transit auf zehn Tage zu verkürzen. Ein weiterer Zug aus China soll im Dezember eintreffen, im Januar wird der regelmäßige wöchentliche Dienst auf dieser Strecke aufgenommen.

»Alternative zu westeuropäischen Häfen«

Die neue Bahnverbindung von China direkt zum Hafen von Gdańsk sei eine Alternative zu westeuropäischen Häfen, was die Zeit der Containerlieferung in den skandinavischen und britischen Markt deutlich verkürze, heißt es. »Wir sehen es als Chance, unser hoch entwickeltes Netzwerk von Verbindungen und Umschlaginfrastrukturen zu nutzen«, sagt Łukasz Greinke, Präsident der Port of Gdańsk Authority.

Neue Transportwege über Hamburg und Duisburg

Der Umschlag der Container erfolgt am DCT Gdansk, das in diesem Jahr Teil der PSA-Gruppe geworden ist, einer der weltweit führenden Containerterminalbetreiber. Seit 2010 betreibt DCT Gdansk direkte Seeverbindungen nach Fernost.

Adampol verfügt über langjährige Erfahrung im Umladen von Zügen aus China an seinem Terminal an der polnisch-weißrussischen Grenze. Täglich fahren 19 Züge von allen großen chinesischen Landterminals über Małaszewicze. Die Verbindung zwischen dem Landterminal Adampol Małaszewicze und dem Seeterminal DCT eröffne eine Reihe wettbewerbsfähiger Transportwege, z.B. von China über Hamburg und Duisburg nach Großbritannien oder Skandinavien, heißt es.

Weitere Phase der Kaimodernisierung abgeschlossen

Im Rahmen des laufenden Projekts zur Modernisierung von Kais und Fahrrinnen im Hafen von Danzig wurden zwei renovierte Kais in Betrieb genommen. Die Fertigstellung der ersten Ausbaustufe des Kais Obroncow Poczty Polskiej bestand in der Sanierung der Hälfte der Kaimauer. Der verbleibende Teil des Kais befindet sich noch in der Renovierung, was zu einer Verlängerung von 345 auf 391 m führen wird. Die technische Tiefe am Kai wurde auf 11,2 m deutlich erhöht, so dass Schiffe mit größerem Tiefgang abgefertigt werden können. Derzeit wird der Kai hauptsächlich für den Umschlag von Zuschlagstoffen, Treibstoffen und Grundölen sowie Schwefel genutzt. Am OPP-Kai können zwei Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden.

Auch der Mew Quay wurde saniert, da sein vorheriger Zustand es den Schiffen unmöglich machte, hier anzulegen. Nach Abschluss der Arbeiten und baulichen Veränderungen können nun kleine Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 5,3 m anlegen.

Die Investition wurde als eine der Aufgaben im Rahmen des Projekts “Modernisierung des Fahrwassers, Kaiausbau und Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen im Innenhafen Danzig” mit Investitionen in Höhe von 110 Mio. EUR abgeschlossen. Das Projekt umfasst Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten auf einer Gesamtlänge von 5 km, die zu einer Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen im Hafen von Danzig führen werden.

Teilen: