HMM ship Hyundai Dream
Foto: HMM
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Korea stockt seine finanziellen Hilfen für die Linienreederei HMM nochmals auf. Im Gegenzug erhöht sich die staatliche Beteiligung an dem Unternehmen.

Insgesamt summieren sich die finanziellen Hilfen auf knapp 600 Mio. $. Das Geld stammt von der staatseigenen Korea Development Bank (KDB) und dem von der Regierung aufgelegten Investmentfonds Korea Ocean Business Corp. HMM gilt mit 3 Mrd. $ an Schulden (seit 2015) als finanziell angeschlagen und krisengefährdet.

Den Angaben zufolge zeichnen die beiden Geldinstitute 72 Mio. $ an Wandelanleihen und erhöhen damit ihre Beteiligung an HMM von 34,8% auf 37% (KDB) bzw. von 34,4% auf 36,6% (KOBC). Insgesamt liegen damit künftig 73,6% der Anteile in staatlicher Hand. Weitere rund 380 Mio. $ sollen zur Rückzahlung fälliger Schulden verwendet werden. Erst in der vergangenen Woche hatte Korea ein Hilfsprogramm für die Reedereien des Landes mit einem Volumen von 1 Mrd. $ aufgelegt – HMM ist der Hauptnutznießer.

Außerdem stellt die KOBC 44 Mio. $ zur Finanzierung von knapp 50.000 neuen Containern zur Verfügung. Die Investition soll den Expansionskurs von HMM stützen, der eine Verdopplung der Kapazität in den kommenden 15 Monaten vorsieht. Dies geschieht vor allem über Schiffsneubauten.

Neubau-Programm kommt zur Unzeit

Dem in der vergangenen Woche getauften Megamax-Containerschiff »HMM Algeciras«, das als derzeit größtes Containerschiff der Welt gilt, folgen noch weitere sechs Schwesterschiffe von DSME, fünf ganz ähnliche Schiffe werden bei Samsung gebaut. Deren Ablieferung wurde als Reaktion auf die Corona-Krise um einige Wochen gestreckt.

Nur noch sechs der zwölf Neubauten sollen bis September in die Dienste FE2 and FE4 eingegliedert werden, die anderen, je drei von DSME und Samsung, erst im späteren Verlauf des Jahres. »THE Alliance« hat die Zahl der Abfahrten im Fernost-Verkehr für Mai und Juni halbiert und die beiden Dienste vorübergehend zusammengelegt.

Dazu bekommt HMM neun Einheiten mit Kapazitäten von 10.000–13.000 TEU, die bislang an den ehemaligen Allianz-Partner »2M« verchartert waren. Seit dem 1. April ist HMM Teil der »THE Alliance« von Hapag-Lloyd, Yang Ming und ONE. Die Schiffe sollen ebenfalls in den Europa-Fernost-Diensten eingesetzt werden, die besonders vom Nachfrage-Einbruch um 30% und den zahlreichen Absagen von Abfahrten betroffen sind.

Die Allianz-Partner Hapag-Lloyd und ONE hatten ebenfalls in Megamax-Schiffe investieren wollen. Verhandlungen mit möglichen Bauwerften waren bereits fortgeschritten. Diese Pläne liegen dem Vernehmen nach derzeit auf Eis.