Piraeus, Piräus, Griechenland
Foto: Piraeus Port Authority
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Die chinesische Cosco-Gruppe will ihren Anteil an der Piräus Port Authority über die derzeitigen 51 % hinaus erweitern, auch wenn noch nicht alle Bedingungen dafür erfüllt sind. Die Schuld sieht man dabei auf Seite der griechischen Behörden. Droht ein Rechtstreit?

Der chinesische Schifffahrts-, Hafen- und Logistikriese hat die griechische Regierung um die Erlaubnis gebeten, weitere 16 % des Aktienkapitals an der Hafenbehörde zu erwerben und damit die chinesische Beteiligung über die Zwei-Drittel-Marke hinaus zu steigern, wie Alphaliner berichtet.

Im Rahmen der Privatisierung des Hafens hatte COSCO im August 2016 zunächst einen 51-prozentigen Anteil an der Hafenbehörde für rund 280 Mio. € erworben. Fünf Jahre nach dem ersten Investment sollte COSCO laut Vertrag weitere 16% für 88 Mio. € kaufen können, vorbehaltlich einer Reihe von Bedingungen, wie z.B. Investitionen in die Infrastruktur des Hafens.

Die Fünfjahresfrist läuft im August 2021 ab und einige Bedingungen für eine Vergrößerung des COSCO-Engagements sind noch nicht erfüllt. Vom staatlichen Privatisierungsfonds Hellenic Republic Asset Development Fund (HRADF) fordert COSCO nun, die Anteile 2021 dennoch an sie zu verkaufen. Die chinesische Gruppe macht die griechischen Behörden dafür verantwortlich, dass einige der vorgesehenen Pflichtinvestitionen noch nicht getätigt werden konnten, weil Genehmigungen für die jeweiligen Projekte nicht erteilt wurden.

Beispielsweise wartet das von COSCO geplante neue, vierte Containerterminal in Piräus noch immer auf grünes Licht. Vor Ablauf der Fünfjahresfrist wird aus dem Projekt nach Einschäzung von Alphliner auch nichts mehr. »Daher werden die beiden Parteien entweder einen Kompromiss finden müssen oder riskieren, dass das Privatisierungsprojekt in einem langwierigen Rechtsstreit endet«, heißt es.

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