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Das größte und neueste Krankenhausschiff der Welt, die »Global Mercy« nähert sich Nordeuropa und erfreut sich breiter Unterstützung – zuletzt aus dem Senegal und aus Ägypten.

Am 12. September soll der nach einem Stena-Design entwickelte Neubau den Hafen von Antwerpen erreichen und dort für Aufmerksamkeit sorgen. Interessierte sind explizit eingeladen, die Ankunft vom Flussufer aus mitzuerleben.

Aktuell befindet sich die »Global Mercy« noch im Mittelmeer. Sie hat gerade die Passage durch den Suezkanal beendet und nahm Kurs auf Malta. In Antwerpen steht bis Februar eine weitere Austattung, Endausrüstung und Bemannung an, bevor die ersten Einsätze an den afrikanischen Küsten folgen sollen.

Gebaut worden war das Schiff in China. Das über 200 Mio. $ teure Projekt war von der internationalen Hilfsorganisation Mercy Ships in Auftrag gegeben worden. Es ist das größte jemals speziell als Hospitalschiff gebaute Schiff der Welt, die HANSA hat es ausführlich vorgestellt und ist offizieller Parter der Organisation. All ihre Vorgängerinnen sind umgebaute Schiffe, die vorher einem anderen Zweck gedient haben, einschließlich der »Africa Mercy«, die bisher den Titel »größtes ziviles Hospitalschiff der Welt« für sich beanspruchen durfte.

Internationale Zusammenarbeit

Für die Suezkanal-Passage musste Mercy Ships nun keine Gebühren zahlen. Die senegalesische und die ägyptische Regierung ermöglichten die kostenlose Durchfahrt, wie die Organisation bestätigte. »Diese großzügige Geste erlaubt es Mercy Ships, seine eigenen finanziellen Mittel weiterhin effektiv und gezielt für die Behandlung, und oft Rettung, tausender Menschenleben in Afrika einzusetzen«, heißt es.

Bert van Dijk, internationales Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender von Mercy Ships Belgien, zeigte sich sehr dankbar: »Auf Initiative und unter Federführung des senegalesischen Präsidenten Macky Sall und unter aktiver Mitwirkung seines Botschafters in Brüssel haben sich der Präsident und die ägyptischen Behörden bereit erklärt, die Global Mercy durch den Suezkanal passieren zu lassen, ohne dass der Hilfsorganisation irgendwelche Kosten entstehen. Dies ist ein großartiges Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen zwei Staatsoberhäuptern, die Mercy Ships unterstützen und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Afrika beitragen wollen.«

Der senegalesische Präsident Macky Sall sagte: »Ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass Mercy Ships eine großartige Organisation ist, die in viele afrikanische Ländern Hoffnung und Heilung bringt. Wir werden die Global Mercy im Frühjahr 2022 mit offenen Armen empfangen und ihr bei ihrem ersten Einsatz in Afrika unsere volle Unterstützung gewähren. Wir sind sehr dankbar für die unerlässliche Bereitschaft von so vielen Menschen aus der ganzen Welt, die meinem Land und meinem Volk nachhaltig helfen wollen.«

Auch der Hafen von Antwerpen unterstützt das Projekt, er stellt unter anderem einen kostenlosen Liegeplatz zur Verfügung.

Doppelte Kapazität

Die »Global Mercy« wird das »Partnerschiff« des derzeitigen Hospitalschiffs »Africa Mercy« sein. Mercy Ships erwartet, mit dem neuen Schiff die Wirkung seiner Arbeit mehr als verdoppeln zu können; sowohl durch lebensverändernde Operationen als auch durch die Fortbildung und Schulung von einheimischen Pflegekräften in einigen der ärmsten Ländern Afrikas. Während ihrer Einsätze kann das schwimmende Krankenhaus 950 Personen beherbergen, darunter 641 Besatzungsmitglieder, die sich aus ehrenamtlichen Mitarbeitern aus aller Welt zusammensetzen. Neben dem Krankenhaus verfügt das Schiff auch über Schulungs-, und Simulationsräume, mit denen man zur nachhaltigen Entwicklung der medizinischen Versorgung vor Ort beitragen wird.

Der 174 m lange, 28,6 m breite und mit 37.000 GT vermessene Neubau verfügt über 6 Operationssäle, 200 Patientenbetten, ein Labor, Tageskliniken für die Augen- und Zahnbehandlung. Die Gesamtfläche des Krankenhauses an Bord beträgt 7.000 m².

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