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Die schottische Regierung hat angekündigt, dass ein zweites Kreuzfahrtschiff zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge auf dem Fluss Clyde in Glasgow eingesetzt wird.

Das Kreuzfahrtschiff »Ambition« des britischen Startup-Unternehmens Ambassador Cruise Line wird nach der von Tallink gecharterten Kreuzfahrtfähre »Victoria I«, die derzeit in Edinburgh vor Anker liegt, das zweite schwimmende Unterkunftsschiff in Schottland und rund 1.700 Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit ist ein Einsatz von September bis März 2023 geplant. Bei der »Ambition« handelt es sich um das ehemalige Aida-Kreuzfahrtschiff »AIDAmira«.

Die schottische Regierung erklärte, dass es 10.556 vertriebene Ukrainer gibt, die durch das so genannte Supersponsor-Programm nach Schottland gekommen sind. Laut Neil Gray, Minister mit besonderer Zuständigkeit für Flüchtlinge aus der Ukraine wird die »Victoria I« von den Ukrainern gut angenommen. Im September kommt nun ein weiteres Schiff hinzu.

Nach der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft wird die »Ambition« eine Werft für eine umfassende Sanierung ansteuern, bevor sie ihren ersten Einsatz als weiteres Kreuzfahrtschiff für die Ambassador Cruise Line beginnt. Nach derzeitiger Planung soll das Kreuzfahrtschiff voraussichtlich am 4. März 2023 seine erste Kreuzfahrt von seinem Basishafen Tilbury, London, nach Kristiansand, Kopenhagen und Göteborg unternehmen.

Mit 216 m Länge und 28,8 m Breite ist sie ein relativ kleines Kreuzfahrtschiff, das 1999 als »Mistral« auf der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire gebaut wurde. Bei Aida Cruises hatte das Schiff, das zuvor als »Costa neoRiviera« verkehrte, nur einen kurzen Einsatz im Jahr 2019. Ende November 2019 wurde es nach einem umfangreichen Umbau in Genua in »AIDAmira« umbenannt. Eine anschließend geplante Kurzreise durch das westliche Mittelmeer wurde kurzfristig abgesagt, da die Umbauarbeiten an Bord nicht rechtzeitig abgeschlossen waren. Auch die erste Fahrt von Palma de Mallorca nach Kapstadt musste kurzfristig vor dem Start abgesagt werden. Die Überführung nach Südafrika erfolgte dann im Dezember, erst kurz vor Weihnachten 2019 erfolgte die erste reguläre Kreuzfahrt mit Gästen. Danach stoppte die Corona-Pandemie den weiteren Einsatz bei Aida Cruises. Zum Jahresanfang hatte nun die Ambassador Cruise Line (ACL) das Schiff erworben. Die Reederei wurde unter anderem von ehemaligen Mitarbeitern der früheren und insolventen Reederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) gegründet. Ambassador hatte bereits im letzten Jahr die ehemalige »Pacific Dawn« gekauft und lies das Schiff auf der kroatischen Uljanik-Werft in Pula umfangreich umbauen. Seit diesem Frühjahr verkehrt es unter dem neuen Namen »Ambience« für den britischen Kreuzfahrtmarkt.   (CE)

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