Freight, Container, Rates, World, Index
Foto: Felix Selzer
Print Friendly, PDF & Email

Die aktuell sinkende Schiffsauslastung führt zu fallenden Raten in der Containerschifffahrt. Während die Nachfrage zurückgeht, kommen zudem noch neue Kapazitäten in den Markt.

Die nominale Schiffsauslastung ist ein wichtiger Parameter für die Beurteilung der Marktstärke. »Auch wenn die Nachfrage im Juni im Jahresvergleich um 0,6 % gestiegen ist, ändert dies nichts an der Tatsache, dass sie seit ihrem Höchststand in der Hochsaison 2020 rückläufig ist«, schreibt das Beratungsunternehmen Sea-Intelligence in einem aktuellen Marktbeicht.. Die wichtigere Frage sei daher, wie sich das Nachfragewachstum und die Schiffskapazität zueinander verhielten. Ein rückläufiger Nachfragetrend kann durch eine sinkende Kapazitätszuführung ausgeglichen werden, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Überlastung von Häfen zu erheblichen Verspätungen von Schiffen führt, was wiederum einen Kapazitätsabbau zur Folge hat.

Ein Blick auf den Kapazitätsausbau in den wichtigsten Ost-West-Verkehren zeigt, dass sich das Nachfragewachstum zwar verlangsamt, gleichzeitig aber der Kapazitätsausbau zunimmt. Für das Fahrtgebiet Transpazifik setzte sich der Rückgang der Schiffsauslastung  im Mai auch im Juni fort, wobei die Auslastung der Schiffe um die 89-%-Marke lag.

Sea-Intelligence beobachtet eine Korrelation zwischen der Schiffsauslastung und den Spotraten im Transpazifikverkehr. Sobald die Auslastung in diesem Fahrtgebiet zwischen 90 und 95 % liege, sei die gesamte Kapazität voll ausgelastet und die Spotraten stiegen drastisch an. »Nachdem wir nun jedoch zwei Monate in Folge eine Auslastung von unter 90 % hatten, ist klar, dass der Markt nicht mehr in der Lage ist, die extrem hohen Spotraten zu halten. Ähnlich verhält es sich auch im Asien-Europa- und Transatlantikverkehr«, heißt es.

»Unterm Strich liegt die durchschnittliche Auslastung der Schiffe auf den großen Hauptstrecken weiterhin unter der Schwelle, die in den letzten 1½ Jahren zu den Spitzenwerten der Raten geführt hat. Infolgedessen werden die Spotraten weiter sinken«, lautet die Prognose der Analysten.

Teilen: